“Hell aus dem dunklen Vergangenen …”

February 16, 2008 | 1 Comment

(Über die politische Relevanz des Lichts und seine Umbewertung. Ein Beitrag von Olim devona)

Als Zaratushtra vor 4000 Jahren vom Berg herabstieg und seinen Anhängern etwas von der Wahrheit, dem Licht und der Finsternis berichtete, war der Keim des Dualismus in den monotheistischen Religionen gelegt. Wir wissen nicht, ob dualistisches Denken, die Aufteilung der Welt in Gut und Böse, in ein Reich des Lichtes und der Finsternis, in zwei zu sich gegensätzliche Paare auch schon bei den Höhlenmalern von Lascaux zum spirituellen Repertoire gehörten. Wir wissen auch nicht ob yin und yang, als chinesisch philosophisches Prinzip dualistische Impulse erhielt, als es um 1000 v.u.Z. in China aufkeimte, wir wissen aber das die Aufteilung der Welt in Gut und Böse, die Metapher vom Dunkel und der Erleuchtung verdammt erfolgreich war. Read more

Erdbeben in Zentralasien

February 9, 2008 | 1 Comment

(Ein Beitrag von Olim devona)

Ashgabad, Oktober 1948

In der Nacht vom 5. zum 6. Oktober 1948 (genauer um 1 Uhr 12 Minuten und 5 Sekunden”) änderte sich das alltägliche Leben der Hauptstadt Turkmenistans und ihrer angrenzenden Bereiche unerwartet.

So beginnt die Geschichte des Erdbebens von Ashgabad, der Hauptstadt der Sowjetrepublik Turkmenistan, eines der stärksten Erdbeben in der Geschichte der Sowjetunion: 8 - 9 Punkte auf der Richterskala. Seine verheerende Wirkung (man schätzt etwa zwischen 100.000 und 160.000 Toten) kam aus der Mischung der Stöße, die die Erde aussandte. Sie erfolgten in einer vertikalen und horizontalen Richtung. Dauer 10 Sekunden. Die lokalen Verwerfungen, die auf das Beben folgten, betrugen in Ashgabad 180 cm. In Moskau, 2500 Kilometer davon entfernt, wurden noch 0,4 mm gemessen. Read more

Wo liegt eigentlich Afghanistan?

February 2, 2008 | 5 Comments

(Die USA fordern mehr Unterstützung für ihren Kriegseinsatz in Afghanistan. Wieder einmal ist das Land am Hindukusch das Topthema in den deutschen Medien. An der anhaltenden Konzeptionslosigkeit der internationalen Politik hat sich indes nichts geändert. Olim devona über Déjà-vu Effekte und deren alltägliche und künstlerische Verarbeitung.)

Vor ein paar Jahren bekam ich eine Broschüre eines in Afghanistans entstandenen Büchleins zu Gesicht, bei dem der Einband aus Kartenmaterial für den Unterricht afghanischer Schulkinder recycelt worden war. Viele von uns kennen diese Karten - etwa von „Haack, Gotha“ - noch aus der eigenen Schulzeit: auf Papier gedruckt mit textilverstärkender Schicht, robust und praktisch unverwüstlich. Als ich nun dieses Büchlein, die Lithografie eines klassischen afghanischen Geschichtswerkes, eingebunden in eine Landkarte meiner Kindheit durchblätterte, wunderte ich mich: War denn diese Karte jemals zu etwas Besserem geeignet, als einem Büchlein als Schutzumschlag längere Lebensdauer zu verleihen? Read more

Der Filter

February 1, 2008 | 1 Comment

( Jan Dimog Tanjuaquio beantwortet Fragen zu seinem Blog)

“Afghanistan: wer diese berge beherrscht. wer die täler kontrolliert. wer die wüsten besitzt. hat Afghanistan noch lange nicht erobert. Immer wieder, immer
noch erzählt man sich diese geschichten von Alexander, Dschingis Khan,
von den Briten, den Russen und all den anderen mächten und völkern,
die weder die berge noch die täler oder gar die wüsten bezwungen
haben. Ganz zu schweigen von den menschen, die sich nicht bezwingen
lassen wollten. Weil dies ihr stück land, ihre welt ist. Und wir? Wir
sind nur zu besuch da, kurzzeitig, ein lidschlag. Was ist schon ein
lidschlag in einer geschichte, die man seit ewigen zeiten mitteilt und weitergibt.”

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