“Mehr kann ich dazu nicht sagen…”

April 28, 2008 | 1 Comment

Kerstin Grothmann über Olympia und eine kleine Tibetisch sprachige Volksgruppe im Norden Indiens.

Tibet ist in diesen Tagen mehr als je zuvor in den Nachrichten. Der Aufstand Tausender Tibeter in Tibet, das brutale Eingreifen der Chinesischen Regierung und Protestaktionen des International Tibet Support Network fordern Regierungen und NGOs heraus, Statements zu den Menschenrechtsverletzungen in Tibet abzugeben. Es ist nicht so, als würden Tibeter zum ersten Mal ihrem Kampf um Unabhängigkeit, bzw. echter Autonomie, wie vom Dalai Lama gewünscht, Ausdruck verleihen. Read more

Windreiter: Blogging Zentralasien

April 22, 2008 | Leave a Comment

Ein halbes Jahr auf Tethys mit Flaschenpost aus den Quadranten des Landmeeres Zentralasien. Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen und den Blick zu heben. Jens A. Forkel

In der Emphase der Vernetzung erhebt sich die Freiheit der Wahl, des ungetrübten oder zumindest einfarbig getrübten Blicks auf das, was wir Welt nennen. Dem geübten Auge des Medienkonsumenten erscheint dieses Ding als die rotationssymmetrische Projektion vom Standpunkt des Erhobenen aus, wahlweise dekoriert mit Wetterzonen, plastischen Naturwunderlichkeiten aus tiefem Blau oder doch zumeist dem allgegenwärtigen und wuchernden Ocker der terra cognita. Zukünfte der Welt, der Menschen, des gesamten Lebens werden so vermittelt und suggerieren eine haptische Greifbarkeit der Zeit mit der fingerschnippenden Raumerfahrung, den Globus ordentlich in Schwung zu versetzen. Oh ja, Charlie give ‘em a turn. Read more

Islam und religiöse Praxis in Ostturkestan

April 12, 2008 | 2 Comments

(Ein Beitrag von Paula Schrode)

Die türksprachigen Uiguren (uig. Uyghur) gehören dem sunnitischen Islam hanefitischer Prägung an. Sie bilden einer der größten ethnischen Minderheitengruppen Chinas und leben hauptsächlich in der dünn besiedelten „Uigurischen Autonomen Region Xinjiang“ an der Westgrenze der Volksrepublik. Ein Großteil der uigurischen Bevölkerung betreibt Ackerbau und Viehzucht. Die Oasenstädte, die das Tarim-Becken und die Wüste Taklamakan rings umgeben, sind bis heute hauptsächlich uigurisch geprägt, wenngleich die „Sinisierung“ (chinlashturush), d.h. vor allem der von staatlicher Seite forcierte Zuzug von Han-Chinesen, stetig voranschreitet. Als ein Ergebnis dieser Politik haben die Uiguren laut offiziellen Quellen ihren Status als größte ethnische Gruppe Xinjiangs in jüngster Zeit an die Han-Chinesen abgetreten. Während der Süden des Landes noch vornehmlich agrarisch geprägt ist, haben sich in den letzten Jahrzehnten im Norden auch einige industrielle Zentren und hauptsächlich chinesisch dominierte Städte entwickelt. Read more

Im Land der Amazonen IV

April 10, 2008 | 1 Comment

Dies ist die letzte der vier Folgen, die alles in allem den um 1890 geschriebenen fiktiven Bericht eines Taschkenter Geistlichen Abbas Efendi ergeben, der im wüsten Afrika in das Land der Amazonen geriet. Die Folge I beschäftigte sich mit der Einführung einer fiktiven getrennt geschlechtlichen Welt, in der die Frauen das Sagen haben und die Männer ihnen dienen. Schnell erkennt der Leser die Zustandsbeschreibung französischer und zentralasiatischer Verhältnisse am Ende des 19. Jahrhundert. Erstaunen breitete sich aus, wurden wir gewahr, dass sich die Emanzipation der Geschlechter in Europas wenig von der des Orients unterschied. Folge II lies uns in eine Kulturdebatte eintauchen, in der schnell klar gemacht wurde, dass wie auch immer die Diskussion auf der Seite der Männer oder der Frauen verlief echte Gleichheit von keinem wirklich gewünscht wurde, ein Zustand der auch im Europa des 21. Jahrhunderts reine Zukunftsmusik bleibt. Read more