Blogistan.asia

July 19, 2008 | 1 Comment

Fotokopf von Blogistan. Quelle: blogistan


Ein virtuelles Interview mit Blogistan.asia

tethys: Warum bloggt Ihr?

B: Zuerst einmal um Erfahrungen zu verarbeiten und in Kontakt mit Freunden und Bekannten zu bleiben. Viele von uns haben zu diesem Zweck früher Rund-Mails geschrieben. Wir merkten jedoch schnell das eine Rund-Mail ein relativ begrenztes Medium ist, da man zwar über persönliche Erfahrungen und Entwicklungen berichten kann, die Wiedergabe einer kurzen Alltagsbeobachtung, eines Fotos oder Videos ist jedoch praktisch unmöglich, wenn man nicht langweile verbreiten will. Read more

Nachruf auf ein religiöses Gebäude

July 11, 2008 | Leave a Comment

Ein Beitrag von Thomas Loy

Teile von der Synagoge im Hintergrund der Praesidentenpalast, Juni 08, Foto: Micha Angermann
Teile von der Synagoge im Hintergrund der Praesidentenpalast, Juni 08, Foto: Micha Angermann


Jetzt ist der Blick endgültig frei auf den neuen Präsidentenpalast in Duschanbe. Mitsamt den letzten Resten der ehemaligen jüdischen Mahalla hinter dem Putovski (jetzt Barakat) Basar ist auch die einzige Synagoge in Duschanbe abgerissen worden. Bereits im Sommer 2006 hatten Regierungsbulldozer das ehemalige jüdische Badehaus (Miqve) und eine der Synagoge angegliederte Wohnung zerstört, um Platz zu schaffen für einen neuen Zufahrtsweg zum damals noch im Rohbau befindlichen Palast des damals noch Rahmonov genannten Präsidenten. Read more

Samarkand oder Ungewöhnliche Erkundung einer Stadt

July 4, 2008 | 2 Comments

Ein Reprint von Landolf Scherzer

landolf-scherzer.jpgMitte der 1970er Jahre reiste ein DDR-Schriftsteller in die 5 südlichen Sowjetrepubliken, die sogenannten -stans , und erschrieb sie einem DDR Publikum. Es entstand das Buch “Nahaufnahmen”. Seine schriftstellerische Bekanntheit sollte sich eigentlich erst später mit einem Werk ergeben, das in der DDR wie eine kleine publizistische Überraschung wirkte: “Der Erste”. Der Schriftstellerverband der DDR hatte die Aufgabe gestellt, das Leben und Streben der Arbeiter- und Bauernpartei noch näher ans Volk zu bringen. Diesen Auftrag ernst nehmend stellte Landolf Scherzer den Antrag, den Bezirksparteisekretär von Suhl für 14 Tage auf Schritt und Tritt verfolgen zu dürfen. Das Ansinnen erschien märchenhaft, denn ein Bezirksparteisekretär war damals das, was heute ein Ministerpräsident eines kleinen Bundeslandes ist - kein unwichtiger Mann im Staate. Kurzum, Scherzer erhielt die Chance und nutze sie zu einer erstaunlich lebensnahen Reportage von den Aufgaben und Problemen und von den Leistungen und dem Unvermögen der SED Funktionäre.

Vor ein paar Jahren meldete sich Landolf Scherzer zurück auf der literarischen Bühne und schrieb zwei bemerkenswerte Bücher. In “Die Fremden” spürt er den Erfahrungen von Gastarbeitern in der DDR und derer nach, die mit ihnen und für die sie arbeiten und schildert ihre Schicksale in Wende- und Nachwendezeit. In “Der Grenzgänger” läuft Scherzer entlang der Deutsch-Deutschen Grenze zwischen Thüringen, Hessen und Bayern und berichtet von seinen Erlebnissen auf beiden Seiten. Landolf Scherzer fühlt sich stets in die Menschen ein, denen er begegnet und zeigt denen, die ihm dabei offensichtlich auf den Keks gehen auf recht direkte Weise seine Missfallen. Read more