tajikfilm & 2shanbe

May 26, 2009 | 1 Comment

wer gerne tadschikische filme im netz sehen möchte, dem wird seit kurzem geholfen. 36 neueste und ältere (Sowjet-) Tadschikische Filme verschiedener Genres werden hier bisher online angeboten. Ovora (”Der Vagabund”) von Gulandom Muhabbatova und Daler Rahmatov (2005) ist einer der neueren Filme, die sich poetisch mit der schwierigen Situation der alleingelassenen Familien tadschikischer Arbeitsmigranten auseinandersetzen (leider wird hier durchaus landestypisch eine Russische Synchronstimme recht unmotiviert über das tadschikische Original gesprochen, was dem Hörvergnügen durchaus abträglich ist). Zu den bekanntesten Filmen im Angebot gehören Luna Papa von Bakhtiyor Khudoinazarov (1999) und der Sowjetische Klassiker Nisso (1979) von dessen Vater Davlat Khudoinazarov. Aber auch die tadschikische Version von Shrek ist auf dieser Seite abrufbar.

Im Staub der Smaragde

May 18, 2009 | Leave a Comment

Selten genug erfahren wir aus dem normalen Alltagsleben der Afghanen, zumal von denen, die in der Provinz leben, z.B. im Pandshirtal. Der Freitag hat vor ein paar Tagen einen Artikel veröffentlicht, in dem wir aus dem Alltag von Minenarbeitern erfahren, die auf der Jagd nach dem blauen Lapislazuli, anderen Halb- und Ganzedelsteinen und Mineralien ihr Leben aufs Spiel setzen. Nicht zuletzt haben die Erlöse aus diesen Minen den Mujaheddin geholfen, die Soldaten der Sowjetunion zuvertreiben und sich gegenseitig zu bekriegen.

… und dann zersplittern beide unter lautem Gelächter!

May 17, 2009 | 1 Comment

Ein Beitrag von Michael Angermann

Am frühen Morgen sieht Mann sie das erste Mal auf der Straße, in Rot und Orange trägt Frau sie durch Chorog, der Hauptstadt der Autonomen Region Berg-Badachschan im Osten Tadschikistans. Schnell tuschelt sich die Neuigkeit durch den kleinstädtischen Sommermorgen: chinesische Händler sind gekommen. In großer Anzahl setzen sich Menschenmassen in Bewegung und überqueren die Gunt, die nur wenige Kilometer flussabwärts in den afghanisch-tadschikischen Grenzfluss Pjandsch mündet, um sich dann auf einem abenteuerlichen Pfad zum Gelände eines ehemaligen LKW-Hofs hinaufzuwinden. Ein orange-rotes Farbenmeer quillt ihnen entgegen.

Chinesischer Markt in Chorog Read more

Polygamie und Rechtssicherheit

May 17, 2009 | 1 Comment

Ganz selten wird das Problem, dass in den meisten islamische Ländern Polygamie verboten ist und doch ein alltägliches außerbehördliches Phänomen darstellt, mal aus der Sicht der Betroffenen geschildert. Die Literatur, die hierzu zu finden ist, ist rar. Nun hat Shamsiya Qasim, Korrespondentin für den persischen Zweig des BBC eine Reportage veröffentlicht. Hier geht sie den 30 % illegalen Ehen nach, die in Tadschikistan geschlossen wurden und zeigt das Dilemma eines Staates, eine Verfassung importiert zu haben, ohne sie den Gegebenheiten des Alltages anzupassen.

30 Jahre britische Fotografie in Tibet

May 14, 2009 | 1 Comment

tibetalbum1.jpgDas Pitt Rivers Museum hat eine interessante Seite im Netz zu laufen, auf dem jeden Tag neues Material hochgeladen wird: Fotografien und Hintergrundinformationen zu Tibet von Seiten Britischer Sonderbeauftragter und Handelsreisender vor dem Einmarsch der Chinesen und der Flucht des Dalai Lama. Neben mehr als 6000 Fotos aus den verschiedensten geographischen Gebieten und Sinnprovinzen in Tibet, sind sogar Tagebücher transkribert worden, die den (britischen) Alltag in Tibet näher beleuchten. Ein ambitioniertes Projekt mir kollaborativem Anspruch.

Am interessantesten hier vielleicht die Fotos eines tibetischen Fotographen, Rabden Lepcha, eines Assistenten vom englischen Tibetologen und Fotographen Charles Bell, der ihn 18 Jahre begleitete.

Leben und Werk des Sayed Muhammad Da’ud al Hossaini

May 11, 2009 | 1 Comment

Ein Beitrag von Hashmat Hossaini.

Da’ud Hossaini in jungen Jahren.

Der Künstler, Forscher und Dichter Professor Sayed Muhammad Da’ud al Hossaini, gehörte zu den produktivsten Kunstprofessoren und war eine Koryphäe auf dem Gebiet der Kalligraphie in Afghanistan im 20. Jahrhundert. Hossaini wurde am 2. August 1897 (dem 12. des Monats Assad im Sonnenjahr der Hedschra 1276) in dem bei Kabul gelegenen Dorf Tipah geboren. Später wurde hier der Palast „Dar ol Aman-e-Kabol“ erbaut. Professor Hossaini hat vom Beginn bis zum Ende seines öffentlichen Wirkens zahlreiche Medaillen, Ehrenurkunden und Preise durch Regierungsbehörden überreicht bekommen, Auszeichnungen für sein Wissen, seinen Diensteifer und seine Loyalität zum damaligen Staat.

Neben seiner wissenschaftlichen, künstlerischen und administrativen Tätigkeit und seinem Lehramt an den Fakultäten für Literatur und Jura (Fach: islamisches Recht) an der Universität von Kabul, war Hossaini während der 12. und 13. Wahlperiode des afghanischen Parlaments als Senator im Oberhaus tätig. Danach wurde er Kulturberater und enger Vertrauter des Königs Muhammad Zahir Schah und versah dieses Amt bis zur Zeit des Staatsstreiches des Sardar Mohammad Da’ud Chan. Bedauerlicherweise verstarb dieser unermüdlich tätige, hochgebildete, künstlerisch hochbegabte und wortgewandte afghanische Gelehrte abends am Abend des 24. Dezember 1979 (im Sonnenjahr der Hedschra 1358) infolge eines Herzversagens in seinem Haus in Baghnawab-e Kabol und wurde tags darauf im Hof der Pilgerstätte Baba-ye Chodi beigesetzt. Read more