Nalaicher Kasachen oder Wie Nomaden im Bergwerk landeten
Ein Beitrag von Michael Angermann
“1910: Beim Rindermistsammeln findet eine arme Frau neben einem Murmeltierhügel einen schwarzen Stein mit mürber Außenseite …”
Vor 100 Jahren wurde in der Kleinstadt Nalaich, die gut 40 Minuten Autofahrt südöstlich von Ulan-Bator entfernt ist, Kohle gefunden. Damit beginnt die Geschichte der Bergarbeiterstadt Nalaich. Anfänglich bauten chinesische Unternehmen die Kohle ab, bis der Bergbau nach der Gründung der Mongolischen Volksrepublik Anfang der 1930er Jahre verstaatlicht wurde. Der Plan sah große Abbaumengen für die Versorgung von Ulan-Bator vor, doch waren nicht genügend Arbeitskräfte vorhanden. Auf dem VIII. Parteitages der Mongolischen Revolutionären Volkspartei im Frühjahr 1930 kam man zu dem Ergebnis, insbesondere der Bevölkerung im Westen der Republik eine wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung zu ermöglichen. Offiziell wurde die “Anwerbung” von Arbeitskräften aus der Westmongolei mit fehlenden Arbeitskräften begründet. Read more
Von Stalin bis Rahmon. Der Kulturpalast der Urunhodschaev-Kolchose
March 12, 2010 by olim devona · 2 Comments
Ein Text von Wladimir Sgibnev
Etwa sechs Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Chudschand steht auf einer Anhöhe im Dorf Arbob zwischen Baumwollfeldern und Bauernhöfen ein riesiger bonbonfarbener Palast. Wie kommt dieses riesige Gebäude in diese ländliche Gegend im Norden Tadschikistans – mit all seinen Kolonnen und Fontänen und mit dem massiven Alabasterschnitzwerk und den schweren Lüstern aus Kristall?
Bei diesem rosafarbenen Prachtbau handelt es sich um das 1957 erbaute Kulturhaus der Urunhodschaev-Kolchose. Mit diesem Namen ist auch das Gebäude untrennbar verbunden. Saidhodscha Urunhodschaev. Das Leben und Wirken dieses Mannes liest sich wie aus einem Musterkatalog für den idealen Sowjetbürger Zentralasiens. Read more




