tethys. Central Asia Everyday

I call it a massacre!

June 23, 2010 by thomas · 1 Comment 

Tolkun Umaraliev, der noch vor wenigen Tagen hier bei uns am Zentralasien-Seminar der Humboldt Universität zu Gast war und über die Bloggerszene in Kirgistan  und Zentralasien gesprochen hat, ist wieder in Kirgistan.

Auf seinem Blog ist der letzte Eintrag den grauenhaften Ereignissen in Südkirgistan gewidmet. “I call it a massacre!” Laut Augenzeugenberichten begann das Massaker in Osh, als am 10. Juni das unbestätigte Gerücht kursierte, dass in einem Studentenwohnheim Kirgisen von Uzbeken umgebracht worden seien.  Daraufhin formierten sich zwei Gruppen von auswärtigen Jugendlichen (20-30 Uzbeken in schwarzen T-shirts und Kirgisen mit roten Basecaps) die gegeneinander vorgingen. In der darauffolgenden Nacht dann eskalierte die Situation. Diese Eskalation wird vor allem dem im April aus seinem Amt vertriebenen Ex-Präsidenten Kurmanbek Bakiev und seinem Netzwerk zugeschrieben. Bakiev hält sich seit dem Putsch in Weißrussland auf.

Bis heute kamen bei den Unruhen laut offiziellen Angaben des kirgisischen Gesundheitsministeriums 249 Menschen ums Leben. Uzbekische Quellen sprechen von über 2000 Toten. Die Zahl der nach Uzbekistan geflüchteten schwankt je nach Quelle zwischen 100.000 und 200.000. Insgesamt sind derzeit wohl bis zu einer Million Menschen (Uzbeken, Kirgisen, Tadschiken, Uighuren und andere im Süden Kirgistans lebende Gruppen) auf der Flucht.

Wie das Referendum über die neue Verfassung, die Legitimität der Übergangsregierung und die Neugestaltung der Rolle des Präsidenten am kommenden Sonntag (27. Juni 2010) unter diesen Umständen durchgeführt werden kann bleibt abzuwarten.

Afghanistan. Gerettete Schätze.

June 17, 2010 by olim devona · 1 Comment 

Die Sammlung des Nationalmuseums in Kabul 11. Juni bis 3. Oktober 2010 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschlan, Bonn

In der Mitte der neunziger Jahre, als die Mujaheddin Kabul aus der Hand der durch die Sowjetunion gestützten Regierung  (1992) übernahmen und ein langer Bürgerkrieg um die Vormachtstellung in der Hauptstadt entbrannte, erschütterten Meldungen über Bibliothek- und Museumsplünderungen die Intellektuellen vieler Länder.

Wie durch ein Wunder konnte aber der  legendäre Nationalschatz Afghanistans Bürgerkrieg und Zerstörung der Museen Kabuls überdauern.

Dazu das Museum in seiner Ausstellungsbeschreibnung selbst:

Die spektakulären Gold-, Silber- und Elfenbeingegenstände sind Zeugen des Königreichs Baktrien, einer hellenistisch beieinflußten Zivilisation, die sich im antiken Afghanistan an den Schnittstellen der Kulturen entlang der Seidenstraße entfaltete und so zum Schmelztiegel der unterschiedlichsten kulturellen Strömungen aus Ost und West wurde. Infolge des Alexanderfeldzugs um 330 v. Chr. zogen mehr und mehr Griechen und Makedonier in die antike Kulturlandschaft, wo sie die baktrische Hochkultur mitbegründeten. In der Ausstellung ist die Synthese der Kulturen sofort erkennbar. Bei den gezeigten Exponaten verschmelzen griechische, persische und indische Motive. So findet sich z. B. eine detailreich gearbeitete Aphrodite mit Engelsflügeln und indischem Bindi (Stirnpunkt) neben einem auf einem Delphin reitenden Eros. (Mehr siehe hier)

Das Erdenloch

June 10, 2010 by olim devona · 1 Comment 


Amin Hodscha wurde in einer Kolchose im inneren Deltagebiet des Amu Darjas in Karausek geboren. Er wuchs in einer Kolchose im Gebiet des Kasachdarja auf. Die Menschen lebten hier vor allem vom Fischfang. Gefischt wurde im Kasachdarja, einem Amu Darja-Kanal und in einer mit dem Aralsee verbundenen Bucht. Sein Familienname deutet eigentlich auf eine religiöse Familienbiographie hin. Read more

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