Taliban Gerichte favorisiert

Wie Qayum Babak aus dem Norden von Afghanistan berichtet, sind bei der Bevölkerung die ad hoc Gerichte der Taliban als effizientere Rechtsprechung als die staatlichen Institutionen angesehen. Nur einer der verhandelten Fälle: Ein Mann kauft bei einem anderen ein Motorrad, bezahlt aber nicht die ganze Summe.

Der Mann geht zum Richter. Dieser verlangt aber erst einmal Geld, um den Fall überhaupt aufzunehmen. Die Summe des Geldes beträgt nun aber schon die Hälfte der noch ausstehenden Schuld. Da der Geschädigte dazu nicht bereit ist, beschließt er, sich an die Taliban zu wenden. Diese kommen eines Abends zur Moschee und hören sich den Fall an. Sie holen den Beschuldigten herbei und erkundigen sich über den Fall bei ihm. Am nächsten Morgen kommt der Schuldner mit der noch ausstehenden Summe. Der Gläubiger war froh, dass die Taliban den Fall gelöst hatten. Sie nahmen kein Geld dafür und besiegelten den Disput auf der Basis der Sharia.

Mohaiuddin ein Dorfvorsitzender aus der Provinz Faryab führt dazu aus:

“Die Taliban lösen Fälle von großer Bedeutung für die ländliche Bevölkerung, ohne Bakschisch dafür zu nehmen, oder andere Probleme dafür zu machen. Sie können sogar Dispute zur Ermordeung innerhalb von drei Tagen auf der Grundlage des religiösen Gesetz (shari’a) lösen. Sie setzen die vorgeladenen Parteien ins Recht und tun das auf die gerechte Art und ohne extra Geld dafür zu nehmen. Deswegen holen immer mehr Leute die Taliban, um sie Recht sprechen zu lassen.

Offizielle staatliche Stellen dagegen erklären immer wieder, dass solche Dinge nicht im Land geschehen. Die Taliban hätten keine langandauernde Präsenz und wenn sie sich zeigen, würden sie bald wieder verjagt.

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