Kabbs run free – Eine Begegnung mit den Chukar-Steinhühnern in Tadschikistan

Ein Beitrag von Andreas Mandler

 

 

 

 

 

 

 

Das Chukar-Steinhuhn (alectoris kakelik; Persisch/Tadschikisch: kabg/kabk) ist ein in den Bergen und Hügeln Zentralasiens weit verbreiteter Hühnervogel, aber auch ein beliebter Mitbewohner ländlicher und sogar städtischer Haushalte. Im Zarafshantal im Norden Tadschikistans wird das fasanenartige Chukarhuhn allgemein als Kabb angesprochen. In manchen Dörfern sind die Vögel sehr populär. Oft hängen in den Innenhöfen der Haushalte Käfige mit je einem Tier. Diese sind tagsüber mit Stoff verhangen. Zum Sonnenauf- und untergang melden sich die Steinhühner mit deutlichen tschuk… tschuk …. tschuk ….pertschuk…tschukar-tschukar-tschukar Rufen (Lautschrift Wikipedia hier). Manchmal haben die Hausbewohner mehrere Käfige, mit jeweils einem Männchen oder Weibchen darin. Rufen sich die Vögel gegenseitig ist das Entzücken der Besitzer grenzenlos.

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Arkadi Il’yasov (1939-2018)

Arkadi Il’yasov 2005 vor seinem Haus in Samarkand.

Eine Erinnerung von Thomas Loy

Als ich Arkadi (Abrascha) Levayevitsch Il’yasov das erste Mal traf, saß er in seiner Küche und wartete auf mich. Es war im April 2005 in Samarkand. Ein gemeinsamer Freund hatte mir Arkadi als Gesprächspartner empfohlen und ihn am Abend zuvor angerufen und gefragt, ob er bereit sei, mir etwas über die Geschichte der Bucharischen Juden zu erzählen. Er war einverstanden.

Die Familiengeschichte, die mir Arkadi dann erzählte, begann in Herat in den 1850er Jahren und endete eineinhalb Stunden und eineinhalb Jahrhunderte später in Israel. Arkadi verstand sich, wie er gleich zu Beginn dieses Gesprächs mit Stolz herausstellte, nicht als “Bucharischer” Jude, sondern als “Eroni”, als “Iranischer” Jude. In seinen Erinnerungen präsentierte er sich als ein Nachkomme derjenigen Juden Mashhads, die nach ihrer kollektiven Zwangsbekehrung zum Islam im Jahr 1839 zu großen Teilen nach Herat übersiedelten, da sie dort ihren jüdischen Glauben weiter offen ausüben konnten. Später zogen einige von ihnen weiter in die boomenden Städte Russisch Turkestans und ließen sich hier nieder. Arkadi Il’yasovs Lebensgeschichte beginnt mit der Kindheitsgeschichte seines Urgroßvaters und seiner Ur-Großmutter in Herat. Hano, die Ur-Großmutter, geboren in Herat 1876, ist neben Arkadis Mutter Rohel (geboren 1913 in Kerki) die zentrale Figur in Arkadis Erinnerungen. Herat, Marv, Kerki und schließlich Samarkand sind die Stationen dieser Familiengeschichte.  Continue Reading →

Keine Kinderarbeit?

Eine Beobachtung von olimdevona

Neulich in Buchara… Teppichzentrum am Kajan Minarett, eine junge Dame, die die Besucher über Bucharas Teppiche aufklärt, beteuert im besten amerikanischen Englisch, dass die Teppiche in Buchara die weltweit preiswertesten Knüpfteppiche persischer Machart seien. Wer sie billiger anbiete, könne das nur noch durch das Ausbeuten von Kindern tun. Eine Behauptung, die bei den anwesenden deutschen Touristen sofort heftiges Kopfnicken hervorruft. Kinderarbeit ist in ihren Augen etwas schlimmes. Das kann keiner gut finden. Bucharateppiche aber schon.

Szenenwechsel wenige Jahre zuvor, irgendwo im Ferghanatal. Eine Führung von Reisenden bringt folgendes zu Tage: Angesprochen auf die herumreisenden Zirkustruppen, mit denen ich arbeite, wird mir von einer uzbekistanischen Freundin nahegelegt, darauf hinzuweisen, wie früh hier die Kinder in die Zirkustruppen integriert und die Meisterschaft dieser Kunst erlernen würden. Ein Dilemma tut sich auf. Was die moderne Gesellschaft sanktioniert, wird in der traditionellen Gesellschaft als eine Errungenschaft gesehen. Das zieht sich durch viele Bereiche. Bei einer Führung durch das Faizulla Hodschaev Museum kommt es zu einer Vorführung einer mittelasiatischen Wiege (Beschik). Hier werden Kinder auf ein Bett gebunden, der Urin durch ein Loch im Boden abgeführt. Das Kind liegt so seelenruhig, braucht keine Plastikwindel und ist so auch nicht Innentemperaturen von über 40 Grad Celsius im Geschlechtsbereich ausgesetzt. Die Touristen führen eine Diskussion, auf der Wörter wie “Tortur” und “Ertragen müssen” in den Raum gestellt werden. Die Mütter des Nachkriegseuropas waren Freunde der freien Körperbewegung und stehen der traditionellen Steck- und Wickeltechnik von Kindern skeptisch bis feindlich gegenüber. Eine trockene Bemerkung des usbekischen Fremdenführers im Nachhinein: Offiziell müsse jeder Arzt in Uzbekistan die Wickeltechnik auf der Beschik kritisieren. Sie ist verboten. Tatsächlich aber habe jeder dieser Ärzte auch eine solche Wiege bei sich zu Hause zu stehen.

Meister und Schüler an einem Verkaufsstand auf dem Ark in Buchara 2010. Foto: Guntram Walter

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Kabul Remembered

Am 10.09.2017 verstarb in Kabul Nancy Hatch Dupree. In Erinnerung an die Grande Dame der Afghanistanforschung und Gründerin des Afghanistan Center at Kabul University präsentieren wir einen ihrer letzten Texte: Kabul remembered erschien im April diesen Jahres in der 80. und letzten Ausgabe des Newsletters Afghanistan Info – der von 1980 bis 2017 in der Schweiz herausgegeben wurde. Die Erlaubnis hierfür erhielten wir von Nancy Hatch Dupree im Juni diesen Jahres, als sie sich gerade von einer gebrochenen Hüfte erholte.

Nancy Hatch Dupree (1927-2017) http://acku.edu.af

by Nancy Hatch Dupree.

Kabul 1962!  Did it really exist as it does in memory?  Shahr-i-Nao was a charming place to live, with single-storied mud-brick homes set in luxurious gardens shadowed by huge old trees and lined with flower beds full of roses that seemed to bloom contentedly from spring until winter.  Three-meter-high walls protected one from the eyes of passers-by so afternoon teas and evening dinners in the garden were treasured hours of relaxation with friends and family.  No more. As the population grew from 750,000 in the 1970s to 3,698 million today, the city had no option but to grow upwards. The gracious homes gave way to towering apartment blocks with hardly an inch to spare for lawns.

Kabul was not built for such numbers. In the 60s and 70s I drove my Land Rover to work in central Kabul with no qualms, often with my handsome tazi dog loping beside side the car for exercise. The crisp mountain air was energizing. No more.  Owning a car is no longer a luxury.  Rush hour traffic jams are so forbidding I dare not venture out behind the wheel any more, and, fleets of belching buses and badly serviced cars pollute the atmosphere. Continue Reading →

Erinnerungen an Manfred Lorenz

Eine Rede gehalten von Sigrid Kleinmichel im Jahr 2009 anlässlich des 80. Geburtstags von Manfred, der mit einer kleinen Feier am Zentralasien-Seminar der Humboldt Universität zu seinen Ehren begangen und begossen wurde.

Manfred Lorenz in der Baumwolle. Tadschikistan 1957

2009 sprach ich davon, dass Manfred Lorenz im Internet nicht zu finden sei. Seine Bücher aber konnte man im Katalog der Staatsbibliothek finden. Bei meiner Suche nach Manfred Lorenz im Internet war mir allerdings ein Unternehmer desselben Namens begegnet, der eine Edelsteinschleiferei besaß oder leitete. Wegen der Rolle des Edelsteins, des Edelsteins der Worte in der persischen Poesie schien mir das recht gut zu Manfred Lorenz zu passen. Vielleicht war er in den Augen von irgendjemandem sogar selbst dieser Herr der Edelsteinschleiferei.

Dann hatte ich geschrieben: Meine Erinnerung. Humboldt Universität. Vorderasiatisches Institut. Man geht zum Eingang des Hauptgebäudes. Auf dem Hof steht, nein, sitzt grimmig in der linken Ecke Mommsen, Theodor. Warum so grimmig? Das habe ich gerade in einem Buch von Stefan Rebenich (2007) erfahren. Mommsen musste an der Universität unterrichten, und das machte ihm überhaupt keinen Spaß. Viel lieber erweiterte er in mühevoller Arbeit sein “Corpus der Lateinischen Inschriften”. Hinsichtlich der DDR irrt sich der Verfasser der Mommsen-Biographie ein wenig. Er schreibt: “Nach Mommsen fragte niemand. Von dem Müllhaufen hinter der Humboldt-Universität wurde das Denkmal erst nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten geholt.” Die kleine Korrektur lautet: Es war kein Müllhaufen, sondern der Anfahrtsweg für die in der Mensa benötigten Produkte und der Ausgang der Küchengerüche auf der linken Seite des Hauptgebäudes in der Universitätsstraße. Ich habe manches Mal beim Vorbeigehen gedacht: Wenn er auch so grimmig schaut, hätte man ihn doch nicht gleich in die Küchendämpfe setzen müssen. Ich weiß nicht genau, wann das geschehen ist. Aber 1961, als ich mein Studium abgeschlossen hatte und ihn zum ersten Mal sah, stand das Denkmal noch auf dem Hof am Haupteingang. Continue Reading →

Von Häusern und Menschen – Architekturführer Duschanbe erschienen

Ein Beitrag von Thomas Loy.

Seit Anfang Mai gibt es einen weiteren herausragenden Beitrag der DOM-publishers Zentralasien-Architekturführer nach Kasachstan, und Taschkent.
Edda Schlager, bekannt für ihre Berichte und Reportagen aus Kasachstan und den angrenzenden ehemaligen Sowjetrepubliken begab sich auf architektonische Spurensuche und Streifzüge und portraitiert im Architekturführer Duschanbe detailliert und einfühlsam alte und neue Bauwerke, ArchitektInnen und Bewohner der jungen, erst 1924 gegründeten Hauptstadt Tadschikistans.

Das neue Stadtzentrum mit Blick auf den “Platz der Freundschaft”, mit dem Denkmal Ismoil Somonis im Vordergrund und dem 45 Meter hohen goldenen Staatswappen am anderen Ende der Promenade. Links vorne das Gebäude der neuen Nationalbibliothek (Bauzeit 2007-2012) und das mittlerweile abgerissene Kinotheater Dschomi. Im angrenzenden Rudaki-Park der “Palast der Nation” (Bauzeit 2006-2008), die Residenz des Präsidenten. Dahinter in weiß der von Qatar finanzierte luxuriöse Wohn- und Geschäftskomplex “Diar Duschanbe” (von den 10 geplanten Gebäuden am Südufer des “Komsomol-Sees” stehen derzeit drei). Rechts davon das blauverglaste 5-Sterne-Hotel Hyatt-Regency. Davor am rechten Bildrand der “Navruz-Palast”, das mit über 33.000 Quadratmetern Gesamtfläche größte und wohl teuerste Teehaus Zentralasiens (Bauzeit 2009-2014). Im Hintergrund dezent die Hügel und Berge der nördlich der Stadt in Ost-West Richtung verlaufenden Hissar-Kette. Foto: Edda Schlager

Seit den 2000er Jahren vollzieht sich in Duschanbe der radikale Umbau des Stadtzentrums. Sowjetische Architektur wird abgerissen und ersetzt durch eine “tadschikische” Moderne, deren Vorbilder in den benachbarten Hauptstädten ebenso zu finden sind, wie in einem an den Baustil Dubais und der Emirate angelehnten “islamischen” Internationalismus. Dafür werden alte Platanenalleen abgeholzt und Geschichte entsorgt. Die alten Bazaare und Wohnviertel mit ihren durch Mauern nach außen abgeschotteten Gehöften (samt Gärten und eingeschossiger Bebauung) sowie die zwei- und mehrstöckigen Wohn- und Verwaltungsgebäude der 1920er bis 1980er Jahre (wie etwa das konstrukivistische zentrale Hauptpostamt) werden ersetzt durch luxuriöse Apartmentblocks und Hotelanlagen, verglaste Bürogebäude und den gigantomanischen Neubauten, die in der Regel von türkischen, iranischen, chinesischen und golfarabischen Investoren finanziert werden. So entstanden (oder entstehen gegenwärtig) die neue Nationalbibliothek am Platz der Freundschaft, der Präsidentenpalast (kox-i millat) sowie das größte Teehaus (kox-i navruz), die größte Moschee und der größte Flaggenmast Zentralasiens. Der Kontrast zum Rest des Landes könnte kaum größer sein. Continue Reading →

Manfred Lorenz (1929-2017) über Rahim Burhanow: Eine Erinnerung

Manfred Lorenz in seinem Berliner Wohnzimmer mit dem derzeitigen Botschafter der Republik Tadschikistan. Im Hintergrund ein Teppich mit dem Portrait des tadschikischen Nationaldichters Sadriddin Ajni. (Foto: Botschaft der Republik Tadschikistan)

Am 25. Mai 2017 verstarb in Berlin unser Lehrer und Freund Prof. Manfred Lorenz. Er wurde 87 Jahre alt. Mit einem Beitrag, den er am 01.10.2014 am Zentralasien-Seminar der Humboldt Universität zu Berlin als Vortrag im Rahmen der Konferenz Wege in die Moderne. Tadschikische Literatur im 19. und 20. Jahrhundert gehalten hat, verneigen und verabschieden wir uns von Manfred, – X-do uro rahmat kunad! – der bis zuletzt seiner Profession und Leidenschaft, der Iranistik, aktiv und mit Freude und Begeisterung nachging

Schwerpunkt seiner jahrzehntelangen wissenschaftlichen Arbeit bildeten die iranischen Sprachen, neben dem klassischen Persisch auch Tadschikisch, Ossetisch und Paschto. Einen kurzen biographischen Werdegang von Manfred Lorenz kann man hier im Nachruf eines seiner Schüler nachlesen. Manfred Lorenz prägte eine ganze Generation von Iranisten und “Afghanisten” – ein gleichnamiger Studiengang wurde unter seiner Leitung 1980 an der Humboldt Universität zu Berlin etabliert. Neben einer Vielzahl an sprachwissenschaftlichen und kulturhistorischen Arbeiten sind die von ihm verfassten Lehrbücher für Persisch (mit B. Alavi, Leipzig 1967; 8. Auflage 1999 München) und Paschto (Leipzig 1979; Neuauflage 2010) sowie seine Mitarbeit am Standardwörterbuch Persisch-Deutsch (Junker/Alavi Leipzig 1965;  die 9., unveränderte Auflage, früher Langenscheidt, ist nunmehr im Harrassowitz Verlag lieferbar) als herausragende wissenschaftliche Leistungen Manfred Lorenzs zu würdigen. Auch als Übersetzer und Herausgeber von Märchen und Kurzgeschichten machte er sich einen Namen.

Das Studienjahr 1957/58 führte Manfred Lorenz als Aspirant erstmals nach Tadschikistan – in ein Land das er seither immer wieder besuchte und das er in der Berliner Wissenschaftslandschaft verankerte. 2011 wurde ihm vom Präsidenten Tadschikistans für seine herausragenden Leistungen und sein Lebenswerk die Auszeichnung “Orden der Freundschaft” verliehen. Bis zuletzt stand Manfred Lorenz in engem persönlichem Kontakt mit Freunden und Kollegen in Tadschikistan. Von seiner Liebe zu den Menschen dieses Landes zeugen auch seine Erinnerungen “Baumwolle und Literatur“, die er im vergangenen Jahr veröffentlichte. Auch der nun folgende Beitrag “Rahim Burhanow, Sohn des Dichters Munzim” findet sich in leicht überarbeiteter Form in diesem Büchlein. Continue Reading →

Out now! Karl Wutt: At the Second Glance

Karl Wutt: At the Second Glance. Afghanistan. Auf den zweiten Blick.

Karl Wutt: At the Second Glance – Afghanistan – Auf den zweiten Blick. edition tethys 2017

Dieses Buch enthält verstreute, an der Akademie der bildenden Künste in Wien verfasste Aufsätze von Karl Wutt. Es geht auf zwei Bücher in deutscher Sprache – Pashai (Graz 1981) und Afghanistan von innen und aussen (Wien, New York 2010) zurück. Diese zweisprachige (Deutsch und Englisch) und gekürzte Version von Afghanistan von innen … (2010) mit vielen Abbildungen ist ab jetzt erhältlich. //

This book contains essays, which Karl Wutt has written at the Academy of fine Arts in Vienna. It originates from two books in german language on the architecture of the eastern Pashai: Pashai (Graz 1981) and Afghanistan von innen und aussen (Vienna, New York 2010). This abridged version of Afghanistan von innen … (2010), translated into English, is available now. //

Zur Leseprobe

 

 

 

 

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Kyrgyzstan and the wild man riddle: More questions than answers

An article by Gustavo Sánchez Romer is a Crypto-zoologist, zoologist and museologist

 

The Snow Man in Kyrgyz Mountains, collage by Gustavo Romero Sanchez

The Central Asian Wildman is a mystery within an enigma. In this article the reader will find lots of questions marks, a clear indication of the previous sentence. In a country like Kyrgyzstan, where 90% are mountains and the average height is 2.700 m. the alleged… hairy biped? has lots of places to hide in valleys and gorges remaining undetected. Are we talking about a new primate species? Or maybe an unknown mammal, maybe from the bear family? Relict population of Neanderthal man? Stranded offshoot of our past human evolution developing in isolation into an unknown form?

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Mittelasiatische Schafe und russische Eisenbahnen: Raumgreifende eurasische Lammfell- und Fleischmärkte im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Wolfgang Holzwarth, Orientalisches Institut der Universität Halle

 

Illustrated London News

Illustrated London News

Das Titelblatt der Illustrated London News vom 10. September 1910 zeigt den Innenhof einer Karawanserai in Buchara. Einige Männer in Turbanen und Baumwollmänteln präsentieren einem tatarischen Aufkäufer schwarze Lammfelle der Schafrasse, die man damals in England unter dem Namen „Astrakhan“ – in Deutschland eher als „Persianer“ oder „Karakul“ – kannte. Die Illustrierte berichtete:

From Bukhara some million and a half astrakhan skins are sent each year to Europe and to America, and during the buying season such scenes as this, which shows a buyer engaged by Messrs. Révillon Frères purchasing skins, are common in the market-place. The lambs whose skins are known as astrakhan are specially bred for the purpose and some flocks contain as many as 5000 heads. The skins are roughly dressed before being exported. Experiments have been made in the breeding of lambs for astrakhan in various parts of Asia and Europe, but it is claimed that Bukhara alone provides the best lambs for the purpose.”

Die Geschichte hinter dieser Zeitungsmeldung ist eine der facettenreichen kolonialen Durchdringung der Lebenswelten mittelasiatischer Nomaden, die ein Forschungsprojekt am Orientalischen Institut der Universität Halle untersuchte.

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