I don’t sing about love

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Ein Beitrag von Emilia Roza Sulek

There are moments in every scholar’s life, when one accidentally opens a computer file with a title which does not say much about whether it is a draft of an article, a half-translated interview or an unfinished application. These pieces of writing were abandoned as our writing zeal declined, when other tasks came in the way, or when interests changed. If authors before had a drawer where they would dump such drafts while cleaning the desk for something more urgent or important, nowadays the folders in our computer play such a role. Some of these forgotten pieces of writing are accidentally deleted during some upgrading process or get lost while changing the drive and other devices. Some do not even leave a trace in our memory. With some files, we regret losing it, like I do, of an interview with an elderly nomad who told me of his youth spent as a bandit and of his prison term served for stealing Ma Bufang’s horses. I had few of such confessions.

Much of the aborted writings which survived computer purges are never used for publications, because we either need additional data or the topic does not belong to the main field of our expertise. Although we consider these pieces of writing as ‘too short’ to publish, they contain interesting data. As field researchers, we have access to a wealth of information which we receive aside our main inquiries. These pieces of information can be useful for other people, scholars and non-academic readers. However revealing or inspiring such information can be, it sometimes disappears in an abyss which opens up between academic writing where ethnographic data should illustrate a theoretical debate or support a grand thesis and writing for popular journals, which is not easy to produce for scholars and is ruled by its own laws of what an attractive read is or not. This ‘abyss’ absorbs large parts of what the researcher hears, observes, and notes down in the field. Yet, accidental discoveries of our forgotten computer files can sometimes give such material a second life.

The text below is an interview with a singer whose music accompanied me during my field research and whose songs were played in restaurants, shops and cars. The genre called dunglen, which he mastered, is performed with the accompaniment of a mandolin and dunglen lyrics often originate from folk songs. Yet, in present-day Tibet, the lyrics often venture into new, political or socially engaged fields. The reason I conducted this interview is connected to this. The singer was well-known for his critique of certain aspects of social and economic life which he expressed in his songs. Besides, I was a fan of him. Although I am an anthropologist and he was my informant, this was an interview with a celebrity. My informant did not appear in tabloid newspapers because such newspapers did not exist in his region, but he was nevertheless on everyone’s lips. His special status was magnified by the fact that he had been detained during a wave of preemptive arrests that swept through his region before the Beijing 2008 Summer Olympics. It was common knowledge that the arrest was not his first time.

The interview was planned for a publication in a journal, but I never managed to finish it. Conducting an anthropological and journalistic style interview are two different things and I was not sure what story to tell. I planned another meeting to continue talking with him, to get a proper photograph taken of him, and so on, but none of these happened. Below are parts of an edited interview. They will never become part of any academic publication (at least not mine), and the chance that we meet again to finish the interview is small. That would anyway be a meeting of two different people, different than in 2009 when we met for this interview.
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Trauerzeremonien (Sugwari) – Im Monat Muharram in Buchara und Samarkand

Ein Beitrag von Massud Hosseinipour
(aus dem Persischen übersetzt von Th. Loy)

Trauerprozession und Selbstgeißelung in Buchara vor 95 Jahren (aus O. Suchareva: "Buchara im 19. Und frühen 20. Jahrhundert".

Trauerprozession und Selbstgeißelung in Buchara vor 95 Jahren (aus O. Suchareva: “Buchara im 19. Und frühen 20. Jahrhundert”.

Ein viertel Jahrhundert ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Untergang der Sowjetunion mittlerweile verstrichen. Aber die Eroberung Mittelasiens durch das Russländische Reich, die in der Folge davon gezogenen politischen und ethnischen Grenzen und 70 Jahre bolschewistische und sowjetische Herrschaft haben tiefe Spuren hinterlassen und zwischen uns (Iranern) und unserer anderen, mittelasiatischen Hälfte einen bis heute kaum überbrückbaren Graben gezogen. Wir hören zwar unsere Stimmen, aber klar sehen können wir uns bis heute nicht. Städtenamen wie Buchara, Samarkand und Chudschand versetzen uns (Iraner) in Verzückung und auch ihre Augen leuchten, wenn von Iran die Rede ist. Sie wollen mehr über uns und unsere Geschichte in Erfahrung bringen, und auch wir wollen wissen, was ihnen widerfuhr und heute widerfährt. Doch oft genug bleibt undurchdringlicher Nebel.
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Ishkashimi

Ein Beitrag von Nazar Nazarov

Ishkashim ist eine hochgelegene und schwer zugängliche Region im Hindukusch und Pamir. Ein Regierungsbezirk gleichen Namens gibt es sowohl auf der afghanischen wie auch auf der tadschikischen Seite des Pandsch.

Ishkashim

Straße bei Ishkashim, Tadschikistan – Foto: Karvovskaya

Seit dem Britisch-Russischen Grenzabkommen von 1895 bildet der Fluss Pandsch die Grenze zwischen dem Russischen und Britischen Einflussbereich und zerteilt damit die entlang dieses Flusses lebenden Sprachgemeinschaften (u.a. Shughni, Wachi, Ishkashimi). Auch heute bildet der Pandsch die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan (nach dem Zufluss des Vachsch im Flachland Südtadschikistans heißt der Pandsch dann Amudarja). Zu Zeiten der Sowjetunion war diese Grenze Sperrgebiet und praktisch nicht zu überwinden. Es waren zwei scharf voneinander getrennte Welten, deren Entwicklung bis zu Beginn des 21. Jhd gänzlich unterschiedlich verlief. Continue Reading →

manifest

tethys ist das Urmeer, das Meer der Geschichten, das aus Millionen von Erfahrungen menschlicher Kultur entstanden ist und nicht vergeht, so lange die Menschen aus diesem Reservoir schöpfen und ihr Leben damit gestalten. Sie sind Teil der Geschichten, weil sie diese in sich tragen, erneut anpassen, umändern und im Strom der Zeit ihre Geschichten dazugeben. Keine Theorie konnte sie je fassen, kein Gedanke sie allumfassend ordnen. Die Geschichten sperren sich dagegen, sie sind pralles Leben, dem Zugriff der Philosophie entzogen und doch sie ständig ernährend. So als sei eine mühsam in der Studierstube erdachte Ordnung nur ein Abfallprodukt eines Nährstoffes, der Jahrtausende überleben kann, ohne seine Kraft zu verlieren.

Es geht aber eine Gefahr von den Studierstuben aus, die sich gegen die stellen, die sich aus dem Meer von Geschichten ernähren. Sie wollen das Meer trocken legen, ihm seine diversen Kulturen entziehen, in dem sie sie negieren. Kultur ist für sie ein neues Wort für Ungleichheit und ungleich ist ihnen ein Dorn im Herzen. Sie wollen alle gleich haben, sie wollen sie alle gleich ihrem Ebenbild. Es ist die neue Kolonisierung, die neue Barbarei, die von der industriellen Welt ausgeht. Mit ihr spielen sich auch die Wissenschaften als Hüter der Normen und Ethik auf, einer Ethik, die ihrem Geist entsprungen, als Waffe eingesetzt wird. Stiftung Wissenschaft und Politik, Kulturaufmaß bei der Bundeswehr, vermeintliche Spezialisten in Presse und Rundfunk, Bundespräsidenten und Bürgerrechtler, sie schreien “Krieg!”, sie schreien “Nieder!” und richten ihre Waffen auf diejenigen, die aus menschlichen Erfahrungen handeln und nicht aus einem Programm der Übermacht heraus. Sie beschleunigen damit jedoch vor allem ihren eigenen Niedergang.

Sie wetzen die Waffen, nennen es nun Globalisierung, Demokratisierung, zwingen alle zu einer Sprache. Der Blick auf die Diversität menschlicher Gemeinschaften ist für sie der blanke Horror: Exotismus. Diversität ist für sie Mangel an Gleichheit, Unterschiede ergeben sich nur aus einem Mangel an Freiheit. Die Freiheit, die sie meinen, ist aber die Freiheit, ihr Denkmodell zu wählen, koloniales Gedankengut in neuem Gewand.

Wir, die Siedler am Rande von tethys  halten die Farbenprächtigkeit der Diversität gegen all ihre graue Theorie, unsere Waffe sind die Geschichten, aus dem Urmeer tethys. Mit ihnen beleben wir die Welt, ohne die eiserne Elle des europäischen Meters, ohne die Wertung eines moralinsauren Weltverbesserers. Ruchlose Taten und ihre Folgen sehen wir überall auf der Welt: in Afghanistan, im Kosovo, im Irak, in Syrien… Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sie aufmessen, Flure bereinigen und ursprüngliche Diversität durch ihre Monokultur ausrotten… tethys, das Urmeer der Geschichten gilt es zu retten und mit ihm einen radikalen Narrativismus zu etablieren. Denn nur dieser schafft es, Komplexes, Verworrenes, Vielschichtiges zu transportieren. Die Lehren von tethys sind sanft, auf Erfahrungen gebaut, und doch so kraftvoll das ein radikaler Narrativismus es schaffen kann, gegen das Vordringen der Monokultur in Wissenschaft, Gesellschaft, Presse und Politik etwas entgegenzusetzen. Verweigert Euch den Theoretikern und erzählt Geschichten, bringt die Welt durch die Weisheit der Geschichten ins schwingen!

Unheilvolle Zeiten stehen uns sonst bevor!

Nachtrag
Oder so:
Das hier ist der erste Band der Istanbul-Enzyklopaedie … Dass Istanbul ein unendliches Meer von Details ist, habe ich begriffen als ich die Artikel in dieser Enzyklopaedie las. Und ich habe erkannt, dass ich mich von diesem Meer ernähren muss. Istanbul mit seinen Moscheen, Hochschulen, Schulen, Bibliotheken, Zentren der Sufi-Bruderschaften, Mausoleen, der Ayazma Moschee, den Quellen, Brunnen, Palästen, Sommerhäusern, Residenzen, Villen, Herbergen, Badehäusern, Theatern, Kaffeehäusern, Weinlokalen… (Orhan Pamuk auf arte)

Auf Zentralasien gemünzt, ist dies die Kurzform unserer Anliegen (siehe erster Absatz manifest).

Der Taigageist

In Toolajlyk in der Mangün Taiga

In Toolajlyk in der Mangün Taiga

Wer schon einmal in Mittelasien war, wird die folgenden Situation kennen: Man ist an einem heiligen Ort dem Alltag entflohen und hat einen Gesprächspartner neben sich, der in lokaler Geschichte versiert ist und einem die Geschichte des Heiligen Ortes erzählt: Häufig begegnen dem Zuhörer dabei die verschiedensten Geister. Manchmal widerstehen die heiligen Orte Bulldozern, weil der Geist des Ortes diese zerstört, manchmal widersetzt sich ein Geist der Umlegung eines Toten…

Anett Oelschlägel hat sich viele Jahre dem Sammeln solcher Geschichten gewidmet, jedoch nicht im islamischen Süden Mittelasiens, sondern in Tuwa, wo sie zu Schamanen und ihren Weltvorstellungen forschte.
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Die Verflechtung der Welt

Ein Beitrag von Olim devona

Luzerne

Mit freundlicher Genehmigung von Anne Tanne

Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte das rechte Flussufer des Amudarja zum russländischen Generalgouvernement Turkestan. Aus dieser Region des Russischen Reichs hörte man damals im Westen recht wenig. In zeitgenössischen Berichten russischer Reisender auf ihrem Weg nach Chorezm oder in die weiter südlich gelegenen Chanate, nach Afghanistan, Indien oder in den Iran, findet sie nur beiläufig Erwähnung. Da die Deltaregion des Amudarja nicht so voller eindrücklicher Monumente war, wie die südlicheren Wüstenstädte Chiwa oder Buchara, war das Interesse am Delta gering. So blieb das Amudarja Delta und die vielen dort lebenden Volksgruppen, die in lebhaften Auseinandersetzungen mit ihren Nachbarn Handel trieben oder stritten und deren Leben auch durch die Launen der Wasser des Amudarja in Bewegung gehalten wurde, lange Zeit weitgehend unbekannt.

Aus dieser Region ist folgende Geschichte überliefert:
Etwa 1905 oder 1906 wurde aus Russland im Amudarja-Delta die Futterpflanze Luzerne eingeführt, für die die Region um Čimbaj ideale Bedingungen bot. Anfangs deckte die Gewinnung der Luzernensamen nur den Bedarf der lokalen Bevölkerung, doch schnell wurden mehr und mehr Überschüsse produziert.

Die Luzerne oder Alfalfa (Medicago sativa) ist eine aufrecht wachsende, krautige und mehrjährige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosen). Sie wird weltweit im großen Maßstab als Futterpflanze für Tiere angebaut. Man schätzt, dass sie vor Jahrtausenden vom Menschen in Kultur genommen wurde, vermutlich in den Trockengebieten Zentralasiens, wo sie auch heute noch wild vorkommt. Aufgrund ihres guten Futterwertes wurde sie vom Menschen rasch in andere Länder verbreitet, und war bereits bei den alten Persern und Ägyptern bekannt.
Wie die meisten Arten der Leguminosen lebt auch die Luzerne in Symbiose mit Wurzelknöllchenbakterien. Mit Hilfe dieser Mikroorganismen können die Luzerne-Wurzeln den für Pflanzen so wichtigen Stickstoff nicht nur aus dem Boden, sondern auch aus der Luft binden, was ihr den Vorteil verschafft, dass sie auch auf nährstoffarmen Böden gedeihen kann.

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Batscha pusch

Auf arte+7 ist noch kurz (leider nur noch bis morgen!) ein Film zu sehen, der sich erfreulich unaufgeregt und sehr einfühlsam mit den sogenannten “Batscha Push” beschäftigt. Als “Batscha Push” werden in Afghanistan Mädchen bezeichnet, die von ihren Familien als Jungen gekleidet und als Söhne erzogen werden – dies ist bei Familien der Fall, die selbst keine Söhne haben. In den Familien ersetzen diese Mädchen dann den fehlenden Sohn. In der Öffentlichkeit werden diese als Jungen verkleidete Mädchen als Jungen wahrgenommen.

Die Filmemacherinnen führen uns nach Mazar-e Sharif. Im Januar 2013 entstand dort dieses bewegende Portrait von Toheba und Ruzona alias Shafi und Muhammad.
Absolut sehenswert:

“Tohebas Geheimnis” von Kathrin Eigendorf und Shikiba Babori
Produktion der CineCentrum (ZDF mit arte) 2013

Tadschikische Teestube wiederauferstanden!

So schnell hätte ich nicht damit gerechnet: die Tadschikische Teestube hat wieder geöffnet und empfängt Freunde des entspannten Tee-Genusses im gewohnten Choykhona-Ambiente, berichtet der Tagesspiegel. Die Teestube ist aus dem Palais am Festungsgraben auf die andere Seite der Spree, in die Oranienburger Strasse gezogen — mit der gesamten Einrichtung, den bemalten Kassettendecken und den holzgeschnitzten Säulen. Wie sich beim Umzug herausgestellt hat, unterlag die Teestube nicht, wie vermutet, dem Denkmalschutz: so konnten die neuen Betreiber sie dem Berliner Immobilien-Management abkaufen und ein paar hundert Meter weiter wieder aufbauen. Ob tadschikische Handwerksmeister am Umzug beteiligt waren? Kommentare mit kunsthistorischen, architektonischen und kulinarischen Erfahrungsberichten sind willkommen!

Die Teestube befindet sich in der Oranienburger Str. 27 in Mitte und hat Wochentags von 16 bis 23 Uhr und am Wochenende von 12 bis 23 Uhr geöffnet. Eine Internetseite gibt es auch.

faizbook und andere Verbote

Der Autor dieses Beitrags ist der Redaktion bekannt.

Seit fünf Tagen ist nun facebook in Tadschikistan gesperrt. Den meisten Menschen im Land dürfte das wohl herzlich egal sein – haben viele doch keinen Bezug, geschweige denn Zugang zum Internet. Doch wie reagieren die vielen, vor allem jungen urbanen facebook-user? Klar, dass sie mit der Entscheidung der Regierung nicht einverstanden sind. Aber wie auch in allen anderen Fällen, in denen in Tadschikistan Seiten vom www abgeklemmt wurden, nehmen sie auch diesmal einfach den Umweg über einen Proxy, um weiter über die Plattform ihre Ideen, Ansichten und Befindlichkeiten mitzuteilen und sich mit Freunden im In- und Ausland auszutauschen.

Natürlich wird facebook auch als politisches und das heißt im Fall Tadschikistan regierungskritisches Medium benutzt. Vor allem von den wenigen im Ausland übrig gebliebenen Oppositionellen. In vielen Diskussionsbeiträgen und posts wird das “System” und die Person Rahmon kritisch hinterfragt, beschuldigt und attackiert – oder scheinbar noch schlimmer aus Sicht der Regierung – vom Volk verlacht. Diese unkontrollierten “Angriffe” werden von den Regierenden als ungebührend, beleidigend und potentiell gefährlich wahrgenommen. Denn was die staatliche Macht nicht kontrollieren kann, das soll, kann und darf nicht sein und muss nach dieser in den zentralasiatischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion weit verbreiteten Staatslogik entweder umgehend kontrolliert oder ab- und ausgeschaltet werden.

Dass sich die Herrschenden dadurch in der Regel vor aller Welt lächerlich machen – sofern diese Welt überhaupt auf Zentralasien schaut – beweist auch dieses Mal wieder der Direktor für Kommunikationangelegenheiten Beg Zuhurov. In einem vorgetäuschten und auf youtube veröffentlichten skype-Interview mit einem selbsternannten Übersetzer von Mark Zuckerberg gibt er sich gänzlich der Lächerlichkeit preis. Und sofort ist das Netz voll von Kommentaren zu diesem offenbarenden Telefonscherz. Etwa dieser:

“Ich hätte nie gedacht, dass ein Regierungsbeamter, der ein derart hohes öffentliches Amt bekleidet, nur sprechen kann wie ein 10-jähriger Junge, der auf dem Markt Tüten verkauft. Die Tatsache, dass Beg (Zuhurov) ein Clown ist – versteht jeder. Aber wie kann eine Person, die nicht sprechen kann, und seine eigene Dummheit nicht verstecken kann, in eine leitende Regierungsposition gelangen? Er ist eine Schande, nicht nur für sich selbst, sondern für die ganze Regierung von Tadschikistan. Für die Regierung – das heißt für das ganze Land!”

Über eben jenen Beg Zuhurov kursierten auch schon Witze während der Krise im Pamir diesen Sommer. Hatte dieser nach einer Prüfung warum der gesamte tadschikische Pamir vom Internet abgeschnitten sei, doch herausgefunden, dass ein ungewollter Querschläger “das Internethauptkabel” getroffen habe. In der aktuellen Facebook-Affaire bemühte er nun den Willen des leidgeplagten tadschikischen Volkes, welches nicht weiter bereit sei, die auf facebook verbreiteten Schmähungen gegen das Land und den Staat zu dulden. Er habe auch schon mit einem Dolmetscher Zuckerbergs telefoniert…

dictator 2Auch Emomali Rahmon wird in den Scherzattacken nicht außen vor gelassen: Mit “Faizbook who?” wird er allerorten zitiert. Bereits im Frühjahr diesen Jahres machte sich der Präsident selbst zur Zielscheibe für Spott. Da nämlich verbot er den neuen Film von Sasha “Ex-Borat” Baron Cohen. “The Dictator” wurde gleich in mehreren Ländern Zentralasiens verboten. In Tadschikistan, Turkmenistan und Kasachstan durfte der Film nicht gezeigt werden. In Tadschikistan wurde keine Lizenz für den Film erteilt, da er laut offizieller Verlautbarung “den ethischen und moralischen Werten unseres Volkes nicht entspricht”.

Ein Kommentar, wie das Verbot in Tadschikistan aufgenommen wurde – “Diktator” wurde durch die staatliche Intervention angeblich zur meist nachgefragten DVD in diesem Jahr – ist auf dem blog Der Eselreiter auf Russisch nachzulesen: Der Film hätte ohne das präsidiale Verbot in Tadschikistan kaum jemanden interessiert – doch jetzt sähen mit einem Mal alle die Parallelen zwischen fiktiver Filmfigur und täglicher Realität in Zentralasien.

Den sehenswerten Trailer zum Film und einen Kommentar auf Englisch gibt es hier

Tajikistan: culture and nature from your perspective

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Friseur vor seinem Hauptstadtfriseursalon - Duschanbe 2010 - Das Bild ist eine tethys-Perspektive und nicht Teil der Ausstellung

Am 1. Dezember startet endlich die schon angekündigte Fotoausstellung zu Tadschikistan.
Crowdfundig ermöglichte dieses Unterfangen, das nach Berlin im nächsten Jahr auch in Duschanbe gezeigt werden soll.

Aus dem Eröffnungstext:

Tadschikistan. Was fällt Ihnen dazu ein?
Ach, eines dieser -stan Länder, richtig?
Richtig, aber es ist noch mehr, viel mehr.

Wir wollen mit unserem Kultur- und Kunstprojekt einen Blick auf dieses bisher in Deutschland recht unbekannte Land in Zentralasien werfen. Die von uns ausgestellten Bilder lassen tiefere Einblicke in das Leben der Menschen, die Natur und die Kultur Tadschikistans zu, als die üblichen Urlaubsfotos.

Eine Ausstellung dieser Größe gab es bisher zu Tadschikistan noch nicht in Berlin zu sehen.

Die Ausstellung wird am 01.12 2012 feierlich im Thaersaal der Landwirtschaftlich- Gärtnerischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin eröffnet.

Die Eröffnungsfeier beginnt um 15 Uhr,
Invalidenstraße 42, Berlin- Mitte,

Der Eintritt ist frei!

Viele weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt finden Sie auf unserer website:
http://www.myperspective.eu/
und auf unserer Facebook Seite

Initiatoren und Organisatoren der Ausstellung sind:
bunafsha mislimshoeva@myperspective.eu
und
matthias.maiwald@myperspective.eu