Unterwegs nach Khorog

Ein Beitrag von Nicole Angermann

Duschanbe-Khorog-Express

Duschanbe-Khorog-Express

Es ist Dienstagmorgen in Duschanbe. Ich sitze in der VIP Lounge des Flughafens und warte auf den Hubschrauberflug der Aga Khan Stiftung nach Khorog, der nur bei schönem Wetter fliegt. Aber das Wetter ist schlecht. Nach einem Anruf bei dem Verantwortlichen ist klar, der Flug nach Khorog ist gestrichen. Ich nehme mein Gepäck in die Hand und suche mir ein Taxi, das mich zur Haltestelle der Sammeltaxis Richtung Pamir bringt. Ein netter Taxifahrer bringt mich zu der abgelegenen und eher nach einem Schrottplatz aussehenden Haltestelle.
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Abriss Duschanbe

Ein Beitrag von Wladimir Sgibnev

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Auch die sowjetische Moderne ist Teil der Architekturgeschichte Tadschikistans. Photo:Wladimir Sgibnev, 2007.

Abrissbirnen bedrohen Architekturdenkmäler in Duschanbe. Entlang des Rudaki-Prospekt “der Prachtmeile, die Duschanbe von Nord nach Süd durchzieht“ und entlang des Ajni-Prospekts “der Ost-West-Magistrale, die den Flughafen an die Stadt anbindet“ sollen zahlreiche Häuser abgerissen werden, um Neubauten Platz zu machen. Damit soll das Erscheinungsbild der Hauptstadt aufgewertet werden, so die Planer. Im Amtsjargon heißen die beiden genannten Magistralen “Protokoll-Trassen”, weil ihr Zweck nicht im Verkehrsbedürfnis der Einwohner zu liegen scheint, sondern im repräsentativen Transport des Staatspräsidenten, seiner Entourage und seiner Gäste zu den wichtigsten Einrichtungen und dem Flughafen.
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Der Glücksstern

tethys startet das Jahr 2012 mit dem halbstündigen, vom bbc-persian produzierten, sehenswerten Portrait Muhammaddschoni Schakuris.

Muhammaddschoni Schakuri ist einer der bekanntesten und hochgeschätztesten Intellektuellen Tadschikistans. Das Werk des heute 86-jährigen umfasst 47 Monografien: Vor allem sprach-, literatur-, und geschichtswissenschaftliche Arbeiten.

Bereits im Jahr 2001 veröffentlichte der zu Bürgerkriegszeiten aus Tadschikistan geflohene Journalist Mirbobo Mirrahim unter dem Titel Sa’daxtar (Der Glücksstern) ein umfangreiches Gespräch, das er ein Jahr zuvor in mehreren Sitzungen mit Muhammaddschoni Schakuri in Teheran führte. Es folgt ein übersetzter Auszug aus diesem Band.
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Getrennte Schwestern – illegale Grenzübertritte zwischen Usbekistan und Tadschikistan

Ein Beitrag von Andreas Mandler, Claudia Musterfrau und Thomas Loy

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Tadschikistan und Usbekistan – getrennte Schwestern Seit an Seit; tethys 2011.

Die Nachbarn Tadschikistan und Usbekistan trennt eine über 1.000km lange Grenze. Auf beiden Seiten dieser Grenze wohnen Tadschiken und Usbeken. In den späten 1990er Jahren wurde aus den von der Sowjetmacht in den 1920er Jahren in Zentralasien gezogenen administrativen Grenzen Barrieren, die den Alltag der Menschen erschweren, Familien trennen und Bewegungen von der einen auf die andere Seite behindern. Dabei war und ist diese Grenze politisch motiviert und folgt keinen geografischen, “ethnischen” oder sonstwie gearteten Trennlinien.
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living in mazar

Wie schlägt man sich als frisch gebackener Mitarbeiter in der sogenannten Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan und was beschäftigt einen jungen aufgeschlossenen Europäer, wenn er plötzlich in einem Land arbeiten soll, von dem er vor seiner Abreise nur eine recht vage Vorstellung hatte?

Wer dies verfolgen möchte, der kann dies seit einem Monat auf seinem blog livinginmazar tun:

Ich werde in den nächsten Monaten von meinen Erfahrungen und Erlebnissen in diesem doch nicht ganz einfachen Land berichten. Worüber ich nicht schreiben werde, ist meine Arbeit, die ich hier weitestgehend ausklammern werde. Im Mittelpunkt dieses Blog sollen das Land, die Leute und meine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit diesen stehen. Das dürfte dann auch … spannender sein als Berichte über Meetings und Sachstandsberichte.

1. kirgisisches Filmfestival in Berlin

plakat_kirgfilmfestAm 17.11.2011 beginnt das erste kirgisische Filmfestival in Deutschland und Berlin. Bis zum 23.11. werden in den Neuköllner Cafes/Bars Fincan und Laika abwechselnd 14 Filme aus Kirgistan gezeigt.

Zum Anlass des 70. Geburtstags der Filmstudios in Frunze (heute Bischkek, die Hauptstadt Kirgisistans) und damit des kirgisischen Films werden eine Woche lang alte Klassiker aus sowjetischer Zeit und neue Filme gezeigt. Zu den Klassikern gehört selbstverständlich “Sehnsucht nach Dschmilija” von Tschingis Aitmatow (am19.11), dessen Buch Dschamilja zur Pflichtlektüre in der DDR gehörte. Außerdem stehen mit “Der erste Lehrer” (19.11) und “Der weiße Dampfer” (21.11) zwei weitere bekannte Spielfilme aus der Sowjetunion der 1960er und 70er Jahre auf dem Programm.

Seit der Unabhängigkeit Kirgisistans hat sich eine moderne und vielschichtige Filmproduktion in diesem kleinen zentralasiatischen Land entwickelt. Um das zu zeigen, werden neben neuen Spielfilmen wie “Pure Coolness” (2007) auch Kurzfilme und Abschlussarbeiten von Studenten der Manas-Universität Bischkek gezeigt.

Zum Auftakt am 17.11 wird um 21.00 im Fincan der jüngste kirgisische Film “Svet Ake – Dieb des Lichts”, prämiert mit dem Publikumspreis beim Filmfestival Cottbus 2010, gezeigt. Der EINTRITT zu allen Filmen ist FREI – Die Veranstalter würden sich über eine kleine Spende freuen. Der Verein CAoss e.V. unterstützt diese Initiative.

Alle wichtigen Information und das komplette Programm sind auch im Internet zu finden unter:
www.kyrgyzfilmfestival.com
oder hier.

afghanistan auf arte

Auf arte gibt es seit kurzem eine umfangreiche Sammlung von Berichten, Dokumentationen und Portraits aus den letzten 10 Jahren Afghanistan:
10 Jahre, 100 Blicke bietet eine Vielzahl an kürzeren und längeren Beiträgen. In den interessanteren davon sind auch die Perspektiven der Menschen aus Afghanistan vertreten. In einem Portrait Dostums etwa, begleitet ein Kamerateam den General und damaligen Sondergesandten Karzais im Frühjahr 2003 auf seiner Fahrt in verschiedene Orte Nordafghanistans – Ziel dieser Mission war die Entwaffnung verschiedener Gebiete und Dörfer. Noch sind nicht alle Beiträge online.

10 Jahre Krieg in Afghanistan

Am 7. Oktober 2001 startete die militärische Intervention der US-Amerikanischen Truppen und ihrer Verbündeten in Afghanistan. Trotz der durchaus positiven Ausgangslage manövrierte sich die internationale Staatengemeinschaft unter US-Amerikanischer Führung in eine wie es scheint ausweglose Lage.

Unter dem Titel “10 Jahre Intervention in Afghanistan” wurden auf der Seite der Deutschen Welle eine Reihe von Beiträgen gepostet. Der interessanteste davon ist ein Gespräch mit Thomas Ruttig vom afghanistan analyst network über vertane Chancen, westliche Ignoranz, Zynismus und die Enttäuschung auf Seiten der Afghanen.

Nachzulesen ist das Interview hier.