einen Augenblick Afghanistan

Seitdem Afghanistan in unseren Medien wieder täglich präsent ist, erfahren wir alles über Bomben, Angriffe, Drogen und Mißwirtschaft. Nur hat das alles wenig mit dem Land selbst zu tun, sondern vielmehr damit was der Westen mit diesem Land macht.

Natalia, eine NGO Mitarbeiterin in Afghanistan berichtet auf ihrem Photoblog wenig darüber, was sie in diesem Land macht,[inspic=512,left,,300] vielmehr kann man mit ihr erleben, was die Menschen in Afghanistan so alltäglich tun. Ganz alltägliche Szenen, auf dem Weg zu Markt, in einer Frauenrunde, beim Pferdepolo verbinden den Betrachter mit dem Land.

[inspic=514,left,,300] Assoziationen zu den weltberühmten Photographien des Ehepaar Michauds kommen einem da ständig. Als ich sie darauf ansprach, warum sie das eigentlich tut, antwortete sie:

“Meine Photographie hilft mir, mich mit Land und Leuten zu verbinden. Ich habe immer mehr Liebe zu diesem Land entwickelt, zu den Leuten, ihrer Widerstandskraft, ihrem Mut und ihrem Optimismus. Ihre Gesichter sind ausdrucksvoll und ein jedes erzählt eine Geschichte. Ich habe angefangen, diese Bilder zu veröffentlichen, weil ich ihre Geschichten mit den Menschen da draussen teilen wollte.”

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Mit den Schneeleoparden in Nord West China

Stephe Winter hat für 2008 in der Kategorie Natur mit seinen Aufnahmen vom Schneeleoparden den ersten Preis der World Press Foundation gewonnen. Ursprünglich waren das Aufnahmen des National Geographic – Journals, zusammen mit einer hübschen StoryDie Gruppe, die sich um den Erhalt von Schneeleopraden in den frostigen Gebirgen Xinjiangs kümmert, betreibt auch einen Blog, auf dem kann man miterleben, wie es ist, winters wie sommers im Auftrag des Schneeleoparden unterwegs zu sein.

Tadschiken zahlen ihre Schulden zurück, die US Amerikaner nicht… Warum?

Einen kleinen Artikel über Kleinkredite in Tadschikistan hat Boris Mordkovich verfaßt. Er arbeitet bei einer NGO, die an Kleinunternehmer Mikrokredite vergibt. Für diese NGO war er für zehn Wochen in Tadschikistan und erklärt uns, wie das geht, dass man einem Unternehmen dort 300 Dollar in die Hand gibt und das ein paar Wochen später diese wieder zurück gibt. Das statistische Rückzahlungsverhältnis ist dabei das Ganze Gegenteil der Zahlungsmoral der US Amerikaner. Tja, dann hätten wir wohl auch keine Finanzkrise jetzt …

(via)

Hammer Purgstall aktuell

Das Informationszentrum für Zentralasien und Südkaukasien an der Orient-Akademie der österreichischen Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall ist wieder aktuell redaktioniert und hat mit Silvia de Carvalho eine neue Leiterin. Die Hammer Purgstall Gesellschaft ist dabei nicht streng akademisch wissenschaftlich orientiert, sondern bietet auch Sprachkurse und Reisen in den Orient an und hat sogar einen Kalender, der bis Juni 2009 voll gefüllt ist mit Terminen.

Tadschikistan – die bleierne Zeit

Blick auf den Präsidentenpalast

Seit den Präsidentschaftswahlen bewegt sich hier praktisch gar nichts mehr”. Diese resignierte Feststellung eines Mitarbeiters der Europäischen Kommission in Tadschikistan bilanziert die Entwicklungen seit November 2006. Allerdings scheint diese inoffizielle “internationale” Erkenntnis die allgemeine Stimmung im Land erst verspätet aufzunehmen. Bereits im Jahr vor den Wahlen 2006 war in der tadschikischen Bevölkerung flächendeckend die Hoffnung der frühen Nachkriegsjahre auf eine schrittweise Verbesserung vor allem der wirtschaftlichen Lage verflogen. Es wurde immer deutlicher, dass sich auf absehbare Zeit an dem durch den Friedensschluss 1997 etablierten Machtgefüge nichts mehr grundlegendes ändern würde. Alle Claims waren abgesteckt und den an der Macht befindlichen Eliten gelang es im Laufe der Zeit, auch starke interne Widersacher auszuschalten. Anfänglich durch gezielte Gewalt, dann immer mehr durch “rechtsstaatliche”. Seither werden Positionen innerhalb des Staatsapparats bis in die untersten Ebenen mit Vertretern aus den eigenen Reihen besetzt. Continue Reading →

Auf der Suche nach dem Schwager des Präsidenten

Ene, mene, miste,
es rappelt in der Kiste.
Ene, mene, meck,
und du bist weg?

“Oriyonbonk head alive and in good condition, deputy Oriyonbonk head says”

Gegenwärtig sind in Tadschikistan Verschiebungen der Machtaufteilung zu beobachten, die mit Shakespears Königsdramen konkurrieren. Oder mit lateinamerikanischen Soaps.
Die in Duschanbe ansässige Zeitung Asia-Plus dementiert auf ihrer Internetplattform Gerüchte über einen angeblichen Mord am Direktor der tadschikischen Oriyonbank, Hasan Asadullozoda [Hasan Sadulloev]. In der Meldung bleibt jedoch unerwähnt, dass es sich bei Asadullazoda um den aufstrebenden Schwager des tadschikischen Präsidenten handelt, neben dem Präsidenten eine der einflussreichsten Figuren im Tadschikischen Machtgefüge. Continue Reading →

Eine Schule im Jaghnobtal

(Beitrag von Thomas Loy)

Mahmad Murod Safarov trinkt seinen Tee aus. Er spricht ein kurzes Gebet und streicht mit seinen Händen übers Gesicht und erhebt sich. Die übrigen Männer falten das Tuch, auf dem soeben noch Brot und Tee serviert wurden, zusammen und folgen dem achtundsechzigjährigen Sprengmeister zu jenem Felsen, der die Arbeiten an der Straße ins Jaghnob-Tal behindert. Seit über zehn Jahren bauen sie daran. Acht Männer und ein Bulldozer, der aus Zeiten stammt, als das unabhängige Tadschikistan noch nicht im Bruderkrieg um Macht und Geld versunken war. 24 Kilometer sind geschafft. Bis zum ersten Dorf, Tagi-Tschanor, sind es noch vier. Continue Reading →