Before Taliban

Eine Buchvorstellung von Th. Loy

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Vor den Taliban? So lautet der Titel eines der wohl lesenswertesten Bücher, das in den letzten Jahren zu Afghanistan herausgegeben wurde. Und es wurde viel herausgegeben in den Jahren seit 2001. (Alleine im Katalog der Berliner Staatsbibliothek sind unter dem Schlagwort “Afghanistan” 387 Bücher gelistet, die zwischen 2001 und 2010 erschienen sind; davon 217 auf Englisch und 81 auf Deutsch). Bezeichnenderweise wurde “Before Taliban” schon geschrieben, bevor die Taliban durch den Kriegszug der Amerikaner und ihrer Verbündeten von der Macht in Kabul verdrängt wurden. Das Buch wurde also geschrieben, bevor Afghanistan ein Topthema wurde und von Heerscharen selbsternannter Afghanistan-Experten in allen Medien, Genres und Gattungen niedergeschrieben wurde. Continue Reading →

Publikation zur Dari-Literatur im 20. Jahrhundert

Vor kurzem erschien ein Buch, auf das die Tethys-Redaktion gerne alle an Afghanistan interessierten Leser aufmerksam machen möchte. Die Erzählprosa der Dari-Literatur in Afghanistan 1919-1978 von Dr. Sayed Hashmatullah Hossaini gibt einen einzigartigen Überblick über die bis zur sogenannten April-Revolution auf Dari publizierte Erzählprosa. Neben einer historischen und thematischen Einordnung dieser im Vergleich zur Dichtung jungen und auf europäische Vorbilder zurückgreifenden Entwicklung innerhalb der Afghanischen Literatur, findet man in diesem Werk Kurzcharakterisiken zahlreicher Autoren und ihrer Prosawerke.

Les kolkhozes d’Allah — Die Kolchosen Allahs

Konferenzankündigung: Die Wiederbelebung des Islam in der ländlichen UdSSR, 1950-2010: Interregionale Vergleiche.
Internationale Konferenz des MI-Projekts,
22. January 2010
Institut für das Studium des Islam und den muslimischen Gesellschaften in der Welt
96, boulevard Raspail – F-75006 Paris – Zimmer & Maurice Denys Lombard

NB – Konferenz in Französisch und Russisch mit Simultanübersetzung

Programm

09.00 Uhr: Begrüßung durch Frau Nathalie Clayer, Forschungsdirektor am CNRS, Leiter des Zentrums für Türkeistudien, osmanische, auf dem Balkan und Zentralasien (CETOBAC: CNRS / EHESS / College de France)

9.10 Uhr: Rede von Herrn Henry Zipper de Fabiani, Botschafter von Frankreich in Tadschikistan

09h20: Eröffnung der Sitzung durch Herrn Stephan MERL, Professor an der Universität Bielefeld, Projekt-Berater

Session 1

09.30 Uhr: Vorstellung des Projekts von Stéphane A. DUDOIGNON (CNRS / CETOBAC, Paris) und Christian Noack (National University of Ireland Maynooth), Projektleiter

10.00: Erste Ergebnisse der Arbeit vor Ort in Usbekistan und Kasachstan (Bakhtyar Babadjanov Institut Biruni, Taschkent Rinat SHIGABDINOV, Institut für Geschichte, Taschkent Ashirbek Muminov, Institut für Orientalistik, Almaty)

11:15 Uhr: Kaffeepause

Session 2

11:30 Uhr: Diskussion

12.00: Erste Ergebnisse der Feldforschung in der Wolga-Ural (Marsil FARKHSHATOV, Research Center der Ufa, Ilnur MINNULLIN, Marjani Institut für Geschichte, Kazan Christian Noack, National University of Ireland Maynooth)

12.45: Diskussion

13.15: Mittagessen (kostenlos)

Session 3

14.30 Uhr: Erste Ergebnisse der Feldforschung in Tadschikistan (Sergei Abashin, Institut für Ethnologie, Moskau, Stéphane A. DUDOIGNON, CNRS / CETOBAC, Paris; Abdullo Hakim, Center for Strategic Studies, Douchanbeh; Faridun HODI-Zoda, Zentrum für Religion & Dialog Douchanbeh; Parviz MULLOJANOV, Zentrum für die Entwicklung von Tadschikistan, Douchanbeh; Sayyid Ahmad Qalandar Information Center Sipehr, Douchanbeh)

15.30 Uhr: Diskussion

16.00 Uhr: Kaffeepause

Session 4

16.15: Erste Ergebnisse der Feldforschung in den Nordkaukasus (Vladimir Bobrovnikov, Orientalisches Institut, Moskau); Schamil SHIKHALIEV, Institut für Geschichte, Machatschkala, Achmet YARLYKAPOV, Institut für Ethnologie, Moskau)

17.00 Uhr: Diskussion

17:30 Uhr: Schluss-Sitzung

Sibirien in Paris

Manche Netzwerke gründen sich, andere sterben, wieder andere feiern Auferstehung. Ich weiss nicht genau, wie es sich mit dem Netzwerk für Sibierienstudien und Mongolistik “Junniper” verhält, jedenfalls ist es zu neuem Leben erwacht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich in Paris niemand vernetzen muß. Alle wichtigen Forschungseinrichtungen sind in der Stadt vertreten, man trifft sich eh andauernd auf irgendwelche Konferenzen. Nur die elektronische Vernetzung tut hier Not, da diese manchmal auch hinter den Stadtmauern hilft.

Wer sich also für den nordzentralasiatischen Raum interessiert, der beobachte das Netz doch mithilfe seines Blogs aufmerksam. So z.B. gibt es eine außergewöhnliche Konferenz am 3. Dezember: “Heilige Praktiken in vergleichender Perspektive (Sibirien und Mittelamerika)“. Organisiert wird es von den besten Mongolisten der Republik, allen voran die Grand Dame Roberte Homayon, daneben andere Kollegen aus der berühmten École pratique des Hautes Études, Paris.

Sommerschule ‘Mensch, Umwelt, Interaktionen entlang der Seidenstraßen

Der DAAD (Programm GoEast) vergibt Stipendien für die Interdisziplinäre Sommerschule “Mensch, Umwelt, Interaktionen entlang den Seidenstraßen“, die in Kirgistan vom 2.- 18. August 2009 stattfindet. Die Bewerbungsfrist für die Sommerschule, wie auch für das Stipendium wurde verlängert bis 30.6.09!

Unterlagen für die Bewerbungen für die Sommerschule:

  • tabellarischer Lebenslauf und Motivationsschreiben

Unterlagen für die Bewerbungen für das Stipendium:

  • tabellarischer Lebenslauf + Motivationsschreiben + Bewerbungsformular + Zulassungsbestätigung (email)

Es ist ausserdem möglich, ein kostenloses Visum zu bekommen!

Hier der text der Ausschreibung:

Der DAAD Go East vergibt Stipendien für die Teilnahme an der Interdisziplinären Sommerschule
 Mensch Umwelt Interaktionen entlang den Seidenstraßen Kirgistan, 2.- 18. August 2009

Gefördert werden 18 Studierende deutscher Hochschulen aus den Fachrichtungen Ethnologie, Archäologie und Geowissenschaften. Voraussetzungen: – Deutsche Staatsangehörigkeit (bzw. Gleichstellung mit deutschen Staatsangehörigen nach §8 Abs. 1 Zif 2 und Abs 2 Bafög) – ausgeprägtes Interesse an der Region und dem Leben jenseits der
Hauptstädte; hohe Anpassungsbereitschaft (die Unterbringung erfolgt größtenteils in Privathäusern und kleinen Pensionen, die nicht europäischem Standard entsprechen.) – Lebenslauf und Motivationsschreiben an das DAAD-Informationszentrum Bischkek – gute Englischkenntnisse Inhalte: Der Mythos Seidenstraße hat in letzter Zeit zunehmend an Aktualität gewonnen. Von besonderem Interesse für die Geistes- und Sozialwissenschaften sind dabei die Fragen nach den vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Menschen und ihren jeweiligen Umwelten. Die Sommerschule wird diese Mensch-Umwelt-Interaktionen aus archäologischer, geowissenschaftlicher und ethnologischer Sicht beleuchten. Im Zentrum stehen Fragen nach der
Anpassung des Menschen an seine Umwelt: so geben archäologische Ausgrabungsfunde Aufschluss über geschichtliche Anpassungsleistungen, Geowissenschaftler untersuchen die Bedeutung von kurz- und langfristigen Umweltveränderungen auf den Menschen, während Ethnologen Kultur- und Wirtschaftsformen innerhalb der durch die Umwelt vorgegebenen Möglichkeiten erforschen. Die interdisziplinäre Sommerschule bringt diese sich ergänzenden und einander bereichernden Fachperspektiven zusammen. Ein Vortragsprogramm führt in das Thema ein und vermittelt den interdisziplinären Ansatz der Sommerschule.

Auf Exkursionen werden anschließend anhand zweier völlig unterschiedlicher Regionen Forschungsfragen praktisch erarbeitet. So
belegen archäologische und geologische Funde im nördlichen Gebirgsraum Kirgistans die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt. Hier spielen auch heute noch Viehwirtschaft und Traditionen des Nomadentums eine wichtige Rolle. In den Ebenen Südkirgistans dagegen dokumentieren Architektur und Wohnformen die frühe Sesshaftigkeit und Islamisierung der Bevölkerung.
Hier werden wir u.a. den Einfluss traditioneller und moderner Bewässerungsformen studieren. Unterbringung und Verpflegung erfolgt meistens in Privathäusern bei Familien; wo das nicht möglich ist, werden einfache Pensionen gewählt. Zeitplan: 02.05.08 2009: Bischkek: Vorlesungen; Exkursionen zu Ausgrabungen und Canyons in der Region 06.-11.08.
2009: Issyk-Kul-Region, Nordkirgistan 13.-17.08.2009: Ferghana-Tal, Südkirgistan Kursgebühren und sonstige Kosten: Für die Teilnahme werden Kursgebühren von 650,- Euro fällig. Die werden für DAAD- Stipendiaten direkt an die Organisatoren der Sommerschule überwiesen.

DAAD-Stipendium: Der DAAD gewährt ein Stipendium in Höhe von 1700‚¬ pro Teilnehmer, das sich folgendermaßen zusammensetzt: Reisekostenpauschale: 725‚¬; Teilstipendium: 325‚¬ / Kursgebühren: 650‚¬. Es ist eine Eigenbeteiligung von mindestens 500 EUR einzuplanen.

30 Jahre britische Fotografie in Tibet

tibetalbum1.jpgDas Pitt Rivers Museum hat eine interessante Seite im Netz zu laufen, auf dem jeden Tag neues Material hochgeladen wird: Fotografien und Hintergrundinformationen zu Tibet von Seiten Britischer Sonderbeauftragter und Handelsreisender vor dem Einmarsch der Chinesen und der Flucht des Dalai Lama. Neben mehr als 6000 Fotos aus den verschiedensten geographischen Gebieten und Sinnprovinzen in Tibet, sind sogar Tagebücher transkribert worden, die den (britischen) Alltag in Tibet näher beleuchten. Ein ambitioniertes Projekt mir kollaborativem Anspruch.

Am interessantesten hier vielleicht die Fotos eines tibetischen Fotographen, Rabden Lepcha, eines Assistenten vom englischen Tibetologen und Fotographen Charles Bell, der ihn 18 Jahre begleitete.

Ein Tag auf dem Dorf

(od) Selten bringt das news Portal Ferghana.ru längere Hintergrundartikel in englischer Sprache heraus. Oft sind es kurze Meldungen aus Politik und Zeitgeschehen. Deshalb ist es um so bemerkenswerter, dass neulich ein Artikel über den Alltag von Kindern in einem Dorf im Norden Tadschikistan in englischer Sprache erschien. Tilav Rasul-zade zog für ein paar Tage nach Matchi, in den Sogd Bezirk, der früher Leninabader Bezirk hieß und beobachtete den Alltag der Kinder. Nachzulesen ist er hier.

Sacha-Jakutien: lebendige Kultur im Permafrost – Sommerschule vom 10.-29.08.2009 in Jakutsk

Die Staatliche Universität Jakutsk und der DAAD organisieren erstmals eine Sommerschule zur Kultur und Sprache der Jakuten sowie zu den Besonderheiten des Permafrostbodens. Sacha-Jakutien ist die größte territoriale Einheit Russlands. Sie nimmt ein Fünftel der Fläche der Russischen Föderation ein. Dort gibt es die kältesten Temperaturen
der nördlichen Hemisphäre. Im Winter sinken die Temperaturen auf bis zu 50 Grad. Dies wird aber durch einen heißen Sommer mit Temperaturen bis + 30 Grad kompensiert. Ganz Jakutien liegt in der Zone des Permafrosts. In der Stadt Jakutsk reicht die Frostschicht 350 m tief. Daher stehen große Gebäude auf Betonpfeilern, die acht Meter tief in den Boden gerammt sind.

Sacha-Jakutien ist die an Bodenschätzen reichste Republik Russlands. Einer alten sibirischen Legende nach, schickte der liebe Gott einen Engel mit einem Sack seiner Reichtümer um die Erde und dabei froren dem Engel über Jakutien, der kältesten Region der Erde, die Hände ab und alle Schätze wurden über das Land verstreut. In der Tat ist
Jakutien eine der rohstoffreichsten Gegenden der Erde. Man baut hier in großen Mengen Diamanten, Gold, Kohl, Erdöl und Gas ab.

Die Kultur Jakutiens ist sehr vielfältig und geprägt von den Traditionen der Jakuten, Russen und einheimischer Völker wie Ewenen, Ewenken, Jukagieren, Tschuktschen.
Im Rahmen einer Sommerschule wird ein interdisziplinäres Seminar mit zwei Hauptrichtungen angeboten:

  • Reichtum der Kultur und Geistigkeit: Geschichte, Kultur,
    Ethnografie, jakutische Sprache und russische Sprache
  • Reichtum des Permafrostbodens: Geologie, Geografie, Flora- und Fauna, Ökologie, Exkursionen in die Natur
  • Die Teilnehmer der Sommerschule können sich Kenntnisse über Geologie, Relief, Klima, Pflanzen- und Tierwelt, Gewässer; Geschichte von Jakutien, Ethnokultur und jakutische Sprache, russische Sprache, dieGeologie (kombiniert mit vielen Exkursionen) aneignen.

    Zielgruppe: Für die Sommerschule können sich Studierende deutscher Hochschulen folgender Fachrichtungen alle Geisteswissenschaften,Geologie, Geographie, Geoökologie, Umweltschutz – bewerben. DieBewerbung muss bis 30.4.2009 bei der Staatlichen Universität Jakutsk
    erfolgen.

    Das Bewerbungsformular können Sie auf der Homepage www.ysu.ru/sommer herunterladen. Wenn Sie von der Hochschule eine Einladung zur Sommerschule erhalten, können Sie sich beim DAAD um ein Stipendium bewerben. Informationen dazu finden Sie auf der Seite www.goeast.daad.de.

    Ansprechpartnerin im DAAD ist Frau Wax. E-Mail: wax@daad.de.

    Anforderungen: Kenntnisse der russischen Sprache sind nicht obligatorisch. Alle Veranstaltungen werden in deutscher Sprache durchgeführt.

    Teilnehmerzahl: Mindestens 15 Studierende, maximal – 25 Studierende

    Unterkunft: Studentenwohnheim der Staatsuniversität Jakutsk

    Daten: Anreise:09.08.09

    Seminare:10.08.09-29.08.09
    Abreise:30.08.09
    Dauer: 3 Wochen

    Kosten: 850 EUR. (inkl. aller Seminare mit Exkursionen und
    Rahmenprogramm)

    Abschluss: Zertifikat der Staatlichen Universität Jakutsk, 4 ECTS-Credits

    Ansprechpartner: Herr Dr. Wladlen Kugunurow, Fremdsprachenfakultät der Staatlichen
    Universität Jakutsk

    Tel.: 007 4112 496821,

    Fax: 007 4112 – 361453,

    Handy: 007 9142978827

    Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.ysu.ru/sommer

    Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!