Sommerpause

August 2, 2008 | Leave a Comment

Der eine oder andere wird es vielleicht mitbekommen haben, aber draußen ist es wärmer geworden. Der Sommer fordert seinen Tribut, die Zeit anders zu verbringen als am heimischen vernetzten Herd. Deswegen geht tethys in die Sommerpause und meldet sich mit erst im September wieder zurück mit neuen Einblicken in die Kulturen Zentralasiens.

Damit aber die Zeit bis dahin nicht nur wie um Fluge vergeht, sondern Ihr auch noch was in die Strandkörbe mitnehmen könnt, stellt tethys die kürzlich hier erschienene Amazonen-Geschichte über das “Land der Frauen” als zusammengebundende Bildschirmausgabe zum download zur Verfügung.

Damit sei auch endlich ein uraltes Vorhaben von uns verwirklicht. Tethys öffnet damit eine Literaturseite, die in Zukunft übersetzte, längere und kürzere literarische Texte von Autoren aus der Region bereitstellt.

Viel Spaß in den Sommer wünscht Euch hiermit tethys!

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Blogistan.asia

July 19, 2008 | 1 Comment

Fotokopf von Blogistan. Quelle: blogistan


Ein virtuelles Interview mit Blogistan.asia

tethys: Warum bloggt Ihr?

B: Zuerst einmal um Erfahrungen zu verarbeiten und in Kontakt mit Freunden und Bekannten zu bleiben. Viele von uns haben zu diesem Zweck früher Rund-Mails geschrieben. Wir merkten jedoch schnell das eine Rund-Mail ein relativ begrenztes Medium ist, da man zwar über persönliche Erfahrungen und Entwicklungen berichten kann, die Wiedergabe einer kurzen Alltagsbeobachtung, eines Fotos oder Videos ist jedoch praktisch unmöglich, wenn man nicht langweile verbreiten will. Read more

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Nachruf auf ein religiöses Gebäude

July 11, 2008 | Leave a Comment

Ein Beitrag von Thomas Loy

Teile von der Synagoge im Hintergrund der Praesidentenpalast, Juni 08, Foto: Micha Angermann
Teile von der Synagoge im Hintergrund der Praesidentenpalast, Juni 08, Foto: Micha Angermann


Jetzt ist der Blick endgültig frei auf den neuen Präsidentenpalast in Duschanbe. Mitsamt den letzten Resten der ehemaligen jüdischen Mahalla hinter dem Putovski (jetzt Barakat) Basar ist auch die einzige Synagoge in Duschanbe abgerissen worden. Bereits im Sommer 2006 hatten Regierungsbulldozer das ehemalige jüdische Badehaus (Miqve) und eine der Synagoge angegliederte Wohnung zerstört, um Platz zu schaffen für einen neuen Zufahrtsweg zum damals noch im Rohbau befindlichen Palast des damals noch Rahmonov genannten Präsidenten. Read more

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Samarkand oder Ungewöhnliche Erkundung einer Stadt

July 4, 2008 | 2 Comments

Ein Reprint von Landolf Scherzer

landolf-scherzer.jpgMitte der 1970er Jahre reiste ein DDR-Schriftsteller in die 5 südlichen Sowjetrepubliken, die sogenannten -stans , und erschrieb sie einem DDR Publikum. Es entstand das Buch “Nahaufnahmen”. Seine schriftstellerische Bekanntheit sollte sich eigentlich erst später mit einem Werk ergeben, das in der DDR wie eine kleine publizistische Überraschung wirkte: “Der Erste”. Der Schriftstellerverband der DDR hatte die Aufgabe gestellt, das Leben und Streben der Arbeiter- und Bauernpartei noch näher ans Volk zu bringen. Diesen Auftrag ernst nehmend stellte Landolf Scherzer den Antrag, den Bezirksparteisekretär von Suhl für 14 Tage auf Schritt und Tritt verfolgen zu dürfen. Das Ansinnen erschien märchenhaft, denn ein Bezirksparteisekretär war damals das, was heute ein Ministerpräsident eines kleinen Bundeslandes ist - kein unwichtiger Mann im Staate. Kurzum, Scherzer erhielt die Chance und nutze sie zu einer erstaunlich lebensnahen Reportage von den Aufgaben und Problemen und von den Leistungen und dem Unvermögen der SED Funktionäre.

Vor ein paar Jahren meldete sich Landolf Scherzer zurück auf der literarischen Bühne und schrieb zwei bemerkenswerte Bücher. In “Die Fremden” spürt er den Erfahrungen von Gastarbeitern in der DDR und derer nach, die mit ihnen und für die sie arbeiten und schildert ihre Schicksale in Wende- und Nachwendezeit. In “Der Grenzgänger” läuft Scherzer entlang der Deutsch-Deutschen Grenze zwischen Thüringen, Hessen und Bayern und berichtet von seinen Erlebnissen auf beiden Seiten. Landolf Scherzer fühlt sich stets in die Menschen ein, denen er begegnet und zeigt denen, die ihm dabei offensichtlich auf den Keks gehen auf recht direkte Weise seine Missfallen. Read more

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Damit kein Blut mehr fließt

June 24, 2008 | 2 Comments

Ein Beitrag von Lutz Rzehak

Justicia vom Römerberg, Frankfurt Fotograf: -fumtu Some right reserved

Wie der Pakistan Oberserver und andere Medien berichten, sollen in dem Dorf Lanjoo Saghari, das an der Grenze der pakistanischen Provinzen Sindh und Balochistan gelegen ist, Ende Mai dieses Jahres fünfzehn minderjährige Mädchen aus dem Stamm der Chakrani in den Stamm der Qalandari verheiratet worden sein, um eine acht Jahre alte Stammesfehde zu beenden. Die Fehde war ursprünglich entbrannt, weil ein Hund der Qalandari einen Esel gebissen hatte, der den Chakrani gehörte. Im Verlauf der Fehde waren seitdem elf Personen der Qalandari und zwei Personen der Chakrani zu Tode gekommen, darunter eine Frau. Die Übergabe der Mädchen war von führenden Vertretern beider Stämme auf einer gemeinsamen Beratung beschlossen worden. Read more

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Was bleibt ist die Erinnerung… zum Tod von Tschingis Aitmatow

June 14, 2008 | 2 Comments

Tschingis Ajtmatow fotografiert am 9. November 2003 bei einer Lesung in Marburg (Lahn) Fotograf: Andreas Zak (Tanuki)
Tschingis Ajtmatow fotografiert am 9. November 2003 bei einer Lesung in Marburg (Lahn) Fotograf: Andreas Zak (Tanuki)

Ein Nachruf von Thomas Loy und Olim devona.

Nach dem Stalinismus der 1930er bis 1950er Jahre war das Verhältnis zwischen dem sowjetischen Staat und seinen Bürgern geklärt. Beide Seiten wussten relativ genau, woran sie waren. Die verängstigten Massen bezeugten dem herrschenden Apparat ihre Loyalität und Solidarität, dafür verzichtete dieser auf die willkürlichen und blindwütigen Zwangsmaßnahmen, die das Leben in der Sowjetunion seit den 1930er Jahren bestimmten. Diese rituelle Zustimmung blieb jedoch über die Jahre hinweg rein deklarativ und verpflichtete niemanden dem Staat auch tatsächlich zu dienen. Den Sowjetbürgern ermöglichte diese Strategie der Anpassung das Überleben. Es kehrte Ruhe ein in der Sowjetunion. Dazu trug auch ein anderes Ereignis bei. Der siegreichen Kampf gegen den Faschismus im zweiten Weltkrieg wurde für die Sowjetunion zur ersten alle Sowjetrepubliken integrierenden Kollektiverfahrung. Die damit einhergehende Erinnerungsarbeit ermöglichte es der sowjetischen Führung, vom selbstzerstörerischen Terror der 1930er Jahre abzulenken. Der durchstandene Krieg inszeniert als vereinendes Erlebnis, das alle negativen Erinnerungen überlagern sollte. Die Zeit davor wurde ausgeblendet und dann, nach Stalins Tod, schlicht als Fehlentwicklung abgetan. Was folgte war Stagnation. Read more

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gusnews — Nachrichtenblog mit Hintergrund

June 8, 2008 | 1 Comment

gusnews.jpg

Paul Becker, der Autor von gusnews, über seinen Blog und seine Motive ihn zu führen…

Ich bin in Chimkent im südlichen Kasachstan geboren und aufgewachsen. Die Idee einer Webseite, eines Blogs, die oder der sich mit den Themen aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) beschäftigt, kam mir bereits am Anfang meines Studiums der Osteuropastudien an der Freien Universität zu Berlin, jedoch wusste ich nicht, wie ich diese technisch umsetzen konnte. Read more

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shí, jiǔ, bā, qī, liù, wǔ, sì, sān, èr, yī, líng oder wie China Tadschikistan verbindet

May 31, 2008 | 1 Comment

Ein Beitrag von Michael Angermann

shí, jiǔ, bā, qī, liù, wǔ, sì, sān, èr, yī, líng…

Sprengung,  Foto: Micha Angermann
Sprengung, Foto: Micha Angermann


Nach ein paar Sekunden ertönt ein lauter Knall hoch über dem Tal des Fan-Flußes – so ziemlich in der Mitte zwischen dem nördlichen und südlichen Teil Tadschikistans, zwischen der zweitgrößten Stadt des Landes Chudschand und der im Süden gelegenen Hauptstadt Duschanbe. Gesteinsbrocken wirbeln durch die Luft. Während ein Wolgafahrer noch ein paar Meter vorfährt, um den fliegenden Lackkillern hinter sich zu entgehen, verfolgt ein Vater mit seinem zweijährigen Sohn auf dem Arm das Geschehen aus unmittelbarer Nähe, zusammen mit ein paar Dutzend interessierten Beobachtern. Read more

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Auf der Suche nach dem Schwager des Präsidenten

May 20, 2008 | 2 Comments

Ene, mene, miste,
es rappelt in der Kiste.
Ene, mene, meck,
und du bist weg?

“Oriyonbonk head alive and in good condition, deputy Oriyonbonk head says”

Gegenwärtig sind in Tadschikistan Verschiebungen der Machtaufteilung zu beobachten, die mit Shakespears Königsdramen konkurrieren. Oder mit lateinamerikanischen Soaps.
Die in Duschanbe ansässige Zeitung Asia-Plus dementiert auf ihrer Internetplattform Gerüchte über einen angeblichen Mord am Direktor der tadschikischen Oriyonbank, Hasan Asadullozoda [Hasan Sadulloev]. In der Meldung bleibt jedoch unerwähnt, dass es sich bei Asadullazoda um den aufstrebenden Schwager des tadschikischen Präsidenten handelt, neben dem Präsidenten eine der einflussreichsten Figuren im Tadschikischen Machtgefüge. Read more

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“Mehr kann ich dazu nicht sagen…”

April 28, 2008 | 1 Comment

Kerstin Grothmann über Olympia und eine kleine Tibetisch sprachige Volksgruppe im Norden Indiens.

Tibet ist in diesen Tagen mehr als je zuvor in den Nachrichten. Der Aufstand Tausender Tibeter in Tibet, das brutale Eingreifen der Chinesischen Regierung und Protestaktionen des International Tibet Support Network fordern Regierungen und NGOs heraus, Statements zu den Menschenrechtsverletzungen in Tibet abzugeben. Es ist nicht so, als würden Tibeter zum ersten Mal ihrem Kampf um Unabhängigkeit, bzw. echter Autonomie, wie vom Dalai Lama gewünscht, Ausdruck verleihen. Read more

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